Polymyositis und Dermatomyositis Die Polymyositis und die Dermatomyositis sind Erkrankungen, bei denen es zu einer Entzündung der Muskelzellen kommt. Diese Entzündung wird nicht durch Bakterien oder Viren hervorgerufen, sondern durch eine fehlgeleitete Reaktion des Abwehrsystems des Körpers gegen körpereigene Strukturen. Die Ursache dieser fehlgeleiteten Reaktion ist bisher unklar. Die Entzündung der Muskelzellen macht sich meist bemerkbar als Muskelschwäche im Schulter- oder im Becken/Oberschenkelbereich. Zusätzlich kann es auch zu Muskelschmerzen und Gelenkschmerzen kommen. Treten neben der Muskelschwäche auch Hautrötungen in der Wangenregion, im Decolté-Bereich oder im Bereich des oberen Rückens auf, spricht man von einer Dermatomyositis. Im Gegensatz dazu weist die Polymyositis keine Hautbeteiligung auf. In der Blutuntersuchung finden sich häufig Hinweise für eine erhöhte Entzündung im Körper. Bei fast allen Patienten ist in der Blutuntersuchung die so genannte Kreatinkinase erhöht. Dies ist ein Enzym, das sich in den Muskelzellen befindet und bei Schädigung der Zelle, z.B. durch eine Entzündung, von der Zelle in das Blut gelangt und dort nachgewiesen werden kann. Ebenfalls werden im Blut vermehrt Autoantikörper gemessen. Die Autoantikörper sind Abwehrstoffe des Körpers, die gegen körpereigenen Strukturen gerichtet sind und sehr wahrscheinlich eine Rolle bei der Entstehung der Erkrankung spielen. Bestehen die oben beschriebenen Beschwerden und kann der Arzt im Blut eine erhöhte Konzentration der Kreatinkinase sowie von Autoantikörpern messen, sollte im weiteren Verlauf eine Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie) erfolgen. Diese Untersuchung kann bildlich bei einer Muskelentzündung den Bereich der Entzündung darstellen anhand der vermehrten Flüssigkeitsansammlung. Zeigen sich solche Bereiche in der Kernspintomografie, so sollte zur weiteren Diagnosesicherung eine kleine Probe eines betroffenen Muskelbereiches entnommen werden und unter dem Mikroskop untersucht werden. Bestätigt sich die Diagnose einer Muskelentzündung unter dem Mikroskop, so ist eine Therapie mit Medikamenten angezeigt. Die Medikamente, die hier eingesetzt werden, gehören zur Klasse der immunsuppressiven Medikamente und haben die Aufgabe die fehlgeleitete körpereigene Abwehr gegen körpereigene Strukturen zu bremsen.
|