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Thema des Monats Dezember04/Januar 05: Frühe rheumatoide Arthritis – Diagnostik, Prognose und Therapie (Patientenversion)

Inhaltverzeichnis:

1. Die frühe rheumatoide Arthritis
2. Die Diagnose der rheumatoiden Arthritis
3. Behandlung
4. Literatur

1. Die frühe rheumatoide Arthritis

Die rheumatoide Arthritis (RA), auch chronische Polyarthritis genannt, ist eine chronisch voranschreitende entzündliche Erkrankung, die vor allem die Gelenke befällt. Von früher RA spricht man, wenn zwischen Auftreten der Beschwerden und der Diagnosestellung weniger als zwei Jahre liegen.

Bei zwei Dritteln der Patienten geht die frühe RA innerhalb der ersten 5 Jahre mit einer zunehmenden Funktionseinschränkung einher. Die übrigen Patienten haben einen milderen Krankheitsverlauf.

Je früher die Diagnose feststeht und je rascher eine gezielte Therapie anschließt, desto günstiger der weitere Krankheitsverlauf. Weil die Beschwerden kurz nach Ausbruch der Krankheit jedoch oft unspezifisch sind, kann die Diagnosestellung gerade im Anfangsstadium einer RA schwierig sein.

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2. Die Diagnose der rheumatoiden Arthritis

Die wichtigsten Schritte zur Diagnosestellung sind das Erheben der Vorgeschichte (Anamnese) und die klinische Untersuchung. Um die Diagnose abzusichern, können ergänzend weitere Methoden zum Einsatz kommen:

Arthrosonographie:
Durch die Ultraschalluntersuchung eines Gelenkes lassen sich Gelenkschwellungen - wie sie beispielsweise bei der RA vorkommen - von Weichteilschwellungen z.B. bei einer Sehnenscheidenentzündung unterscheiden. Mit der dynamischen Untersuchung des sich bewegenden Gelenks kann das Zusammenspiel von Muskeln, Bändern, Sehnen und Schleimbeutel beurteilt werden. Auch Gelenkpunktionen und Nadelbiopsien lassen sich unter Ultraschall gezielt durchführen.

Laboruntersuchungen: Eine der häufigsten Laboruntersuchungen ist die Bestimmung des so genannten Rheumafaktors im Blut. Problematisch ist jedoch, dass dieser auch bei anderen Erkrankungen, beispielsweise bei Infektionskrankheiten, positiv sein kann. Bei etwa 15 Prozent der Patienten mit RA ist er nicht vorhanden (so genannte seronegative rheumatoide Arthritis). Mit Hilfe von Antikörpern gegen cyklische citrullinierte Peptide, abgekürzt CCP-Antikörper, kann dagegen bei über 95 Prozent der Betroffenen die Diagnose gesichert werden. Die CCP-Antikörper geben also viel genauer Auskunft und erleichtern das frühzeitige Erkennen der Krankheit.

Magnetresonanztomographie (MRT):
Die MRT kann bereits innerhalb der ersten vier Wochen nach Auftreten der Symptome Defekte am Knochen aufzeigen. Problematisch an der MRT ist die noch fehlende Vereinheitlichung des Verfahrens: die Befunde sind bisher kaum vergleichbar.

Ein normales Röntgenbild hilft bei der frühen Diagnose meist nicht weiter, da Gelenkzerstörungen in der Regel erst im späteren Verlauf zu erkennen sind. Es kann also trotz unauffälligem Röntgenbild eine RA vorliegen.

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3. Behandlung

Das Hauptziel der Therapie ist es, das Fortschreiten von Gelenkzerstörungen zu stoppen und eine Verbesserung (Remission) der Krankheit zu erreichen. Dazu stehen eine Reihe von Arzneimitteln zur Verfügung, insbesondere die "antirheumatischen krankheitsbeeinflussenden Medikamente" - DMARDs (Disease Modifying Antirheumatic Drugs).

DMARDs führen nachweislich zu einer Verlangsamung der Gelenkzerstörung. Eine zusätzliche Kortikosteroidgabe kann diese Wirkung noch verstärken. Studien zeigen, dass der frühzeitige Einsatz von DMARDs bessere Langzeitergebnisse bringt.

Alternativ zu den DMARDs werden folgende Medikamente Wirkstoffe mit Erfolg eingesetzt:
  • bei leichter Erkrankung: Sulfasalazin
  • bei leichter bis mittelschwerer Erkrankung: Methotrexat, Sulfasalazin, Gold oder Leflunomid

Krankheitsaktivität, Gelenkzerstörung und unerwünschte Arzneimittelwirkungen müssen regelmäßig überprüft werden, um den Behandlungserfolg zu beurteilen und die geeigneten Medikamente auszuwählen und in ihrer Dosis anzupassen.

Kombinationstherapien
Ist nach einer dreimonatigen Behandlung keine Besserung spür- und nachweisbar, sollten mehrere Medikamente miteinander kombiniert werden. Hierzu bietet sich beispielsweise eine Dreifachkombination von DMARD mit Sulfasalazin und Hydroxychloroquin an.

Führt auch eine Kombinationstherapie nicht zum erwünschten Erfolg, stellen Biologika eine weitere Behandlungsoption dar.

Biologika ("Biologicals")
Biologika sind eine große Gruppe von Medikamenten, die natürlich vorkommenden Wirkstoffen - wie beispielsweise Insulin oder Heparin - entsprechen. Eine Untergruppe der Biologika bilden die Zytokin-Inhibitoren. Solche Medikamente hemmen beispielsweise den so genannten Tumornekrosefaktor alpha (TNF-α) und Interleukin-1. TNF-α und Interleukin-1 sind Zytokine (körpereigene Substanzen), die bei den Entzündungsprozessen der RA eine wichtige Rolle spielen. Damit kann auch die Entzündung unterdrückt werden.
Für den Einsatz bei der RA stehen die TNF-α-Blocker Infliximab, Etanercept und Adalimumab sowie der Interleukin-1-Blocker Anakinra zur Verfügung.
Inwieweit Biologika bei frühzeitigem Einsatz den weiteren Krankheitsverlauf verbessern können, wird derzeit noch in Studien überprüft.

Für weitere Informationen zum Thema, steht Ihnen auf unserer Internetseite unter der Rubrik "Aktuelles" die klinische Leitlinie "Management der frühen rheumatoiden Arthritis" zur Verfügung: www.rheumanet.org

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4. Literatur

  1. Backhaus M, Kamradt T, Sandrock D, Loreck D, Wolf KJ Raber H, Hamm, B, Burmester GR, Bollow M (1999)
    Arthritis of finger joints. A comprehensive approach comparing conventional radiography, scintigraphy, ultrasound, and contrast enhanced Magneting Resonance Imaging.
    Arthritis Rheum 42:1232-1245
  2. Wakefield RJ, Gibbon WW, Conaghan PG, O'Connor P, McGonagle D, Pease C, Green MJ, Veale DJIsaacs JD, Emery P (2000)
    The value of sonography in the detection of bone erosions in patients with rheumatoid arthritis.
    Arthritis Rheum 43:2762-2770
  3. Grassi W, Lamanna G, Farina A, Cervini C (1999)
    Synovitis of small joints: sonographic guided diagnostic and therapeutic approach.
    Ann Rheum Dis 58:595-597
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Datum: 25.04.2005 16:25:00

Dr. med. Jacqueline Detert  


 
 
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