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Rheumalexikon


Hier finden Patienten und medizinische Laien einige rheumatologische Begriffe erklärt.

Bilder zeigen typische Beispiele.

Wenn Sie einen Begriff vermissen, können Sie eine Anfrage an das RZD richten:
AG Lexikon Rheumazentrum Düsseldof, team-rhn@rheumanet.org 


ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ

A

Algodystrophie
(Syn.: Reflexdystrophisches Syndrom, Morbus Sudeck)

Durch verschiedene Ursachen ausgelöste, typischerweise aber nach Verletzungen (Knochenbrüchen) auftretende umschriebene Gewebsschädigung im Bereich der Arme oder Beine mit Beteiligung von Knochen und Weichteilen. Dabei kommt es aus ungeklärter Ursache zunächst zu einer schmerzhaften Schwellung der betroffenen Extremität, später kann diese in eine Vernarbung (Fibrosierung) der beteiligten Weichteile mit ausgeprägter Störung der Beweglichkeit übergehen.

Amyloidose

Bei lange anhaltenden chronischen Entzündungen wie der chronischen Polyarthritis kann es in seltenen Fällen zur Ablagerung eines Eiweißes, des sogenannten Amyloids in verschiedenen Organen (Herz, Nerven, Nieren) mit dadurch bedingten Funktionsstörungen kommen.

Antinukleäre Antikörper (ANA)

Antikörper gegen Zellkerne (antinukleäre Antikörper, ANA) werden bei den sog. Kollagenosen im Blut nachgewiesen (z.B. Lupus erythematodes, Sklerodermie usw.). Sie können aber (dann meist in geringerer Höhe) auch bei Gesunden oder nicht-rheumatischen Erkrankungen zu finden sein und haben dann keinen Krankheitswert  Bei einem Test auf ANA handelt es sich um einen recht ungenauen 'Suchtest', dem im positiven Falle weitere, genauere Untersuchungen folgen. Von der Höhe (Titer) der ANA kann man nicht auf die Aktivität der Erkrankung zurückschließen.

Anämie

Blutarmut, das heißt ein Mangel an roten Blutkörperchen. Da rote Blutkörperchen für den Sauerstoff-Transport von der Lunge zu den verschiedenen Organen benötigt werden, kann eine Anämie zu einem (inneren) Sauerstoffmangel und damit zur Fehlfunktion von Organen führen. Häufige Ursachen einer Anämie sind akute oder chronische (d.h. über längere Zeit anhaltende) Blutverluste und Entzündungen. Bei rheumatischen Erkrankungen kann eine Anämie Ausdruck einer Entzündung sein. Sie kann aber auch ein Hinweis auf unbemerkte Magenblutungen infolge einer Schädigung der Magenschleimhaut durch Schmerzmittel sein. In diesem Falle sollte eine Magenspiegelung erfolgen, um ein (schmerzloses) Magengeschwür nicht zu übersehen.

ANCA (Anti-Neutrophilen-Cytoplasma-Antikörper)

Der Nachweis dieser Antikörper im Blut kann ein Hinweis auf eine sogenannte Wegener+sche Granulomatose sein, eine seltene rheumatologische Erkrankung, deren Kennzeichen eine Gefäßentzündung in verschiedenen Organen (vor allem Lunge und Niere) ist.

Angiitis (Syn.: Vasculitis)

Bedeutet Gefäßentzündung. Kann als eigenständige Erkrankung oder auch als Begleiterscheinung rheumatologischer Erkrankungen auftreten. Sie kann praktisch in jedem durchbluteten Organ (einschließlich der Haut) auftreten und dort über Störungen der Durchblutung zu unterschiedlichsten, z.T. auch ausgeprägten Funktionsstörungen führen. Eine Vasculitis muß häufig mit Cortison behandelt werden.

Antibiotika

Eine Gruppe von Medikamenten, die in der Lage sind, Bakterien in ihrem Wachstum zu hemmen oder sie ganz abzutöten.

Antigene

Verschiedene Stoffe (z.B. Eiweiße) und Bestandteile von Organismen (z.B. Bakterien), die das Immunsystem des Menschen als körperfremd und schädlich erkennt. Gegen Antigene bildet der Körper spezifische Antikörper, die diese unschädlich machen und eliminieren helfen.

Antirheumatika, nichtsteroidale

Abkürzung NSAR = Nicht-Steroidale-Anti-Rheumatika. Dies sind entzündungs- und schmerzstillende Medikamente, die kein Cortison enthalten. Sie wirken symptomatisch, das heißt, sie verhindern keine rheumatischen Entzündungen. Bei chronischen Gelenkentzündungen kombiniert man diese Behandlung deshalb häufig mit sogenannten Basistherapeutika, die die rheumatische Entzündung bereits in der Entwicklung verhindern sollen. Ein Nachteil der NSAR ist, daß sie zu Magengeschwüren führen können. Deshalb kombiniert man sie manchmal direkt mit Medikamenten, die vor Magengeschwüren schützen sollen (sogenannter "Magenschutz").

Arava® (Leflunomid)

Arava® ist ein sogenanntes Basistherapeutikum. Basistherapeutika werden in der Behandlung entzündlich rheumatischer Gelenkerkrankungen wie der chronischen Polyarthritis eingesetzt, um den Entzündungsprozeß in den betroffenen Gelenken zurückzudrängen. Nur so kann man nämlich vermeiden, daß die Gelenkentzündung zu einer raschen Gelenkzerstörung mit all ihren unangehmen Folgen (Gelenkdeformierung, Störung der Gelenkbeweglichkeit) führt. Basistherapeutika unterscheiden sich darin von den üblichen zur Schmerztherapie eingesetzten Antirheumatika, die nur gegen die Symptome der Entzündung (Schwellung, Schmerz) wirksam sind. Die Wirkung des Medikamentes setzt mit einer Verzögerung von ca. 4-8 Wochen ein. Für eine dauerhafte Wirkung muss das Präparat regelmäßig eingenommen werden. Unter der Behandlung mit Arava® sollen regelmäßig Kontrollen von Blutbild, Leber- und Nierenwerten sowie des Blutdrucks erfolgen (Das Medikament kann eine Blutdruckerhöhung auslösen).

Arbeitstherapie

=Ergotherapie. Eine unerwünschte Folge rheumatischer Erkrankungen ist neben dem Schmerz häufig auch eine Funktionsbeeinträchtigung betroffener Gelenke. Der Ergotherapeut untersucht das Ausmaß solcher Funktionsstörungen (Funktionsmessung), dadurch bedingte Behinderungen alltäglicher Tätigkeiten (z.B. Körperpflege) und versucht diese zu lindern oder zu kompensieren. Gestörte Gelenkfunktionen können z.B. durch ein gezieltes Training verbessert werden (sogenannte funktionelle Ergotherapie). Falls dies nicht mehr möglich ist, berät der Ergotherapeut auch über Hilfsmittel, die es ermöglichen, die gestörte Funktion zu ersetzen. Der Begriff Arbeitstherapie als Beschreibung der Ergotherapie ist heute kaum mehr gebräuchlich.

Arteriitis temporalis

Rheumatische Entzündung der Schläfenarterien, die sich hinter dem Symptom "Kopfschmerzen" verbergen kann. Sie ist häufig mit Symptomen einer "Polymyalgia rheumatika " vergesellschaftet, die mit Muskelschmerzen im Bereich von Schultern, Oberarmen und Oberschenkel, allgemeiner Schwäche und Depressionen einhergehen kann. Die Arteriitis temporalis kann auch andere Arterien betreffen: Gefürchtet wird hier insbesondere eine Entzündung der Augenarterien mit der Gefahr der Erblindung. Mittel der Wahl zur Behandlung der Arteriitis temporalis sind Steroide (Cortison). Sie führen zu einer prompten und vollständigen Beschwerdebesserung. Nach durchschnittlich 2-3 Jahren Behandlungsdauer klingt die Erkrankung dann meist wieder vollständig ab.

Arthralgie

= Gelenkschmerz.

Arthritis

Arthritis eines EllenbogengelenkesArthritis der Fingermittelgelenke
Arthritis der FingermittelgelenkeArthritis eines Ellenbogengelenkes
[die; grch.], Gelenkentzündung; schmerzhafte Gelenkschwellung durch Ergußbildung und Überwärmung des Gelenkes und seiner benachbarten Strukturen. Wichtiges, gemeinsames Symptom der meist durch das Immunsystem bedingten, entzündlich-rheumatischen Erkrankungen, aber auch durch Stoffwechselkrankheiten (z.B. Gicht) oder selten durch Infektionen verursacht. Abzugrenzen von der verschleißbedingten Arthrose. Die ärztliche Behandlung richtet sich nach Art und Ursache der Arthritis

Arthrografie

Darstellung eines Gelenkes und des Raumes zwischen den Gelenkenden (sogenannter Gelenkspalt) mittels Röntgen und Kontrastmittel. Durch Arthrografie läßt sich z.B. der im Gelenkspalt des Kniegelenkes befindliche Meniskus darstellen.

Arthropathie

Begriff, der üblicherweise eine nichtentzündliche Gelenkerkrankung beschreibt, z.B. Arthropathie bei Blutern oder infolge eines erhöhten Harnsäurespiegels im Blut (sogenannte "Gichtarthropathie").

Arthroskopie

Gelenkspiegelung. Dabei kann der Arzt durch ein dünnes Rohr in ein Gelenk schauen und Veränderungen der Gelenkhaut (Entzündung ?), der Gelenkoberflächen (Verschleiß?) und im Gelenkspalt (z.B. Meniskus) beurteilen und auf diesem Wege oft auch behandeln.

Arthrose

ArthroseArthrose der Fingerend- und -mittelgelenke
[die; grch.], ein über das durch die normale Alterung bedingte Maß hinausgehender Gelenkverschleiß. Meist durch übermäßige Belastung (z.B: Übergewicht), Fehlstellung der Gelenke (angeboren oder durch Trauma) oder Knochenerkrankungen (z.B. Osteoporose) bedingt und mit knöcherner Deformierung der (primär nicht entzündeten) Gelenke einhergehend ("Arthrosis deformans"). Auch als Spätfolge der Arthritis ("sekundäre Arthrose") und bei Überbeanspruchung mit Ergußbildung und (sekundärer) Entzündung einhergehend ("aktivierte Arthrose").

Arthrosonografie

= Gelenksonografie. Untersuchung von Gelenken mittels Ultraschall.

Antikörper

Aufgabe des Immunsystems ist es, den Körper vor schädigenden körperfremden Organismen (z.B. Bakterien) und Stoffen (z.B. Eiweißen) zu schützen. Dazu bildet der Körper gegen jeden dieser "Eindringlinge" (Antigene) unter anderem spezifische Gegenmittel, die sogenannten Antikörper. So bildet der Körper z.B. gegen das Grippevirus einen speziellen Grippevirus-Antikörper, der das Virus schädigt und seine Entfernung aus dem Körper erleichtert. Die Unschädlichmachung eines Antigens und seine Entfernung aus dem Körper äußert sich oft in Form einer Entzündung (z.B. eitrige Entzündung der Haut nach Infektion mit bestimmten Bakterien).

Autoantikörper

AutoantikörperAutoantikörper gegen Zellkerne im mikroskopischen Bild
Durch eine Fehlsteuerung kann es passieren, daß das Immunsystem körpereigene Strukturen als "fremd" erkennt und versucht diese durch Antikörper zu eliminieren. Diese Antikörper nennt man Autoantikörper.

Autoimmunerkrankungen

[grch. selbst], große Gruppe von Krankheiten die durch ein überaktives Immunsystem gekennzeichnet ist, welches unfähig wurde, zwischen körpereigenen und körperfremden Strukturen zu unterscheiden, diese durch Immunzellen und Autoantikörper "angreift" und zu Entzündungen und auch Funktionsbeeinträchtigungen der betroffenen Organe führt. Unterschieden werden "organspezifische" A. bei denen nur ein oder wenige Organe betroffen sind (z.B. die Bauchspeicheldrüse bei der juvenilen Form des Diabetes mellitus) von den sog. "Systemerkrankungen" (z.B. Kollagenosen).


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B

Baker-Zyste

BakerzysteBakerzyste
= Popliteal-Zyste. Bei Arthrose oder Arthritis des Kniegelenkes kann es zu einer Aussackung der Gelenkkapsel in die Kniekehle und den Unterschenkel hinein kommen. Diese Aussackung (Zyste) ist häufig so groß, daß sie zu Schmerzen und Einschränkungen der Gelenkbeweglichkeit führt. Dann ist eine operative Entfernung oft nicht mehr zu umgehen.

Basistherapeutika

Basistherapeutika werden in der Behandlung entzündlich rheumatischer Gelenkerkrankungen wie der chronischen Polyarthritis eingesetzt, um den Entzündungsprozeß in den betroffenen Gelenken zurückzudrängen. So kann man nämlich vermeiden, daß die Gelenkentzündung zu einer raschen Gelenkzerstörung mit all ihren unangehmen Folgen (Gelenkdeformierung, Störung der Gelenkbeweglichkeit) führt. Basistherapeutika unterscheiden sich darin von den üblichen zur Schmerztherapie eingesetzten Antirheumatika, die nur gegen die Symptome der Entzündung (Schwellung, Schmerz) wirksam sind. Der Wirkungseintritt von Basistherapeutika erfolgt meist erst nach Wochen bis Monaten kontinuierlicher Behandlung. Übliche Basistherapeutika sind Gold (z.B. Aureotan®), Sulfasalazin (z.B. Azulfidine®), Chloroquin (z.B. Resochin®, Quensyl®), D-Penicillamin (z.B. Trolovol®, Metalcaptase®), Azathioprin (z.B. Imurek®), Methotrexat (z.B. Lantarel®) Cyclophosphamid (z.B. Endoxan®) und Ciclosporin (z.B. Sandimmun®). Die Wahl der Basistherapeutika erfolgt durch den behandelnden Arzt unter Berücksichtung der Diagnose, der Schwere der Erkrankung und möglicher Nebenwirkungen. Typische Nebenwirkungen von Basistherapeutika sind Blutbildveränderungen, Störungen der Nieren- und Leberfunktion. Zur frühzeitigen Erkennung solcher Nebenwirkungen sind deshalb unter einer Basistherapie bestimmte regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (meist Blutuntersuchungen) erforderlich. Eine Basistherapie ist eine Langzeit-Therapie, die manchmal lebenslang erfolgen muß.

Bechterew

Patient mit M. Bechterew Patient mit M. Bechterew
Bechterew, Wladimir von, russischer Neurologe *1.2.1857 Sarali Wjatka, +24.12.1927 Leningrad; aufgrund einer genauen Beschreibung im Jahre 1885 im osteuropäischen und deutschen Sprachraum nach ihm benannte Bechterewsche Erkrankung ("Morbus B."), die international medizinisch "Spondylitis ankylosans" genannt zu den entzündlich-rheumatischen Erkrankungen gerechnet wird. Vorwiegend werden dabei die Kreuz-Darmbeingelenke und die Wirbelsäule im Sinne einer oft in Versteifung resultierender Entzündung betroffen. Die Bechterew-Erkrankung (Morbus Bechterew) ist eine entzündliche Wirbelsäulenerkrankung, bei der typischerweise auch die gelenkigen Verbindungen und Bänder zwischen den Wirbelkörpern betroffen sind. Es können aber auch andere Gelenke (z.B. Kniegelenke oder Hüftgelenke) betroffen sein. Unbehandelt führt die Erkrankung zu einer ausgeprägten Wirbelsäulenverkrümmung mit gebückter Haltung. Dies läßt sich aber durch eine regelmäßige krankengymnastische Behandlung weitgehend vermeiden. Das Vollbild des M.B. findet sich deutlich häufiger bei Männern als bei Frauen, leichte Formen (Spondylarthropathien) kommen oft und bei beiden Geschlechtern nahezu gleich häufig vor. Es findet sich meist eine ausgeprägte familiäre Häufung und Vererbung über Generationen einschl. typischer Begleiterkrankungen wie Psoriasis, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (M. Crohn, Colitis ulcerosa) und rezidivierende Augenentzündungen ("Iridocyclitis"). 1980 wurde die Patientenselbsthilfegruppe "Dt. Vereinigung Morbus Bechterew e.V." in Schweinfurt gegründet.

Biopsie

Entnahme von Gewebe zur feingeweblichen (mikroskopischen) Untersuchung. Auf diese Weise lassen sich manchmal sehr genaue Diagnosen stellen.

Blutarmut

= Anämie. Als Anämie bezeichnet man einen Mangel an roten Blutkörperchen. Da rote Blutkörperchen für den Sauerstoff-Transport von der Lunge zu den verschiedenen Organen benötigt werden, kann eine Anämie zu einem (inneren) Sauerstoffmangel und damit zur Fehlfunktion von Organen führen. Häufige Ursachen einer Anämie sind akute oder chronische (d.h. über längere Zeit anhaltende) Blutverluste und Entzündungen. Bei rheumatischen Erkrankungen ist eine Anämie häufig Ausdruck einer Entzündung. Sie kann aber auch ein Hinweis auf unbemerkte Magenblutungen infolge einer Schädigung der Magenschleimhaut durch Schmerzmittel sein. In diesem Falle sollte eine Magenspiegelung erfolgen, um ein (schmerzloses) Magengeschwür nicht zu übersehen.

Borreliose

Borrelien sind Bakterien, die durch den Biß einer bestimmten Zeckenart übertragen werden und unter anderem noch Monate bis Jahre nach einem Zeckenbiß zu Gelenkentzündungen führen können. Die Infektion durch Borrelien läßt sich im Blut durch Bestimmung von Antikörpern nachweisen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika.

Bouchard-Arthrose

Häufig auf erblicher Grundlage auftretender Verschleiß der Finger- Mittelgelenke. Dieser tritt häufig gemeinsam mit einem Verschleiß der Fingerendgelenke auf (Heberden-Arthrose). Die betroffenen Gelenke werden dabei dicker, weswegen man diese Erkrankungen mit einer entzündlichen Gelenkschwellung (Polyarthritis) verwechseln kann. Eine ursächliche Behandlung ist bisher nicht möglich, man kann die Schmerzen aber durch Medikamente und verschiedene physikalische Behandlungen (z.B. Kneten der Finger in warmem Sand) mindern.

BSG (Blutkörperchen-Senkungs-Geschwindigkeit)

Wenn man Blut in ein Glasrohr füllt und es stehen läßt, dann sinken die festen Blutbestandteile nach unten und es bleibt ein klarer Überstand (das sogenannte Plasma). Die Geschwindigkeit mit der dies geschieht mißt man in Millimeter/Stunde und bezeichnet sie als Blutkörperchen-Senkungs-Geschwindigkeit (BSG). Die BSG kann bei den unterschiedlichsten Erkrankungen erhöht sein, am häufigsten ist sie ein Hinweis auf eine Entzündung oder seltener auch auf Tumore. Nach diesen Erkrankungen fahndet ein Arzt als erstes, wenn er den Befund einer erhöhten BSG erhebt.

Bursitis

= Schleimbeutelentzündung. Bursen sind flüssigkeitsgefüllte Hohlräume, die sich häufig in der Nähe von Knochenvorsprüngen oder Muskelansätzen finden. So findet man sie z.B. über dem Ellenbogen (Bursa olecrani) oder der Kniescheibe (Bursa praepatellaris). Ihre Entzündung führt zu einer schmerzhaften Schwellung.


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C

C-reaktives Protein

= CRP. Das CRP wird im Blut gemessen. Es wird bei Entzündungen in steigender Konzentration im Blut nachgewiesen. Es erlaubt ähnlich wie die Blutsenkung die Überwachung einer Entzündung.

Calcitonin

Calcitonin ist ein Hormon, das in der Schilddrüse gebildet wird. Es hemmt den Abbau von Knochen und damit ein Gegenspieler des knochenabbauenden Hormons der Nebenschilddrüse (sog. Parathormon). Calcitonin kann künstlich hergestellt werden und wird zur Behandlung der Osteoporose (Knochenschwund) eingesetzt.

Chlamydien

Chlamydien sind Bakterien, die häufig Erreger von Harnwegsinfekten, einer Harnröhreninfektion des Mannes (Urethritis) oder einer Infektion der Geschlechtsorgane der Frau (z.B. Entzündung der Gebärmutter oder Eierstöcke) sind. Die Infektion verläuft häufig unbemerkt. Sie wird üblicherweise durch Geschlechtsverkehr übertragen. Manchmal kann es infolge einer solchen Erkrankung auch zu einer nicht-eitrigen Gelenkentzündung kommen. Man behandelt die Chlamydieninfektion mit Antibiotika.

Chloroquin

Chloroquin wurde ursprünglich als Medikament zur Behandlung der Malaria entwickelt. Man fand inzwischen heraus, daß es auch eine entzündungshemmenden Effekt bei verschiedenen Formen entzündlich-rheumatischer Erkrankungen (z.B. chronische Polyarthritis, Lupus erythematodes) besitzt. Damit gehört es zu den sogenannten Basistherapeutika.

Chondrokalzinose

= Pseudogicht. Bei der Chondrokalzinose kommt es entweder im Rahmen anderer Grunderkrankungen (z.B. Hämochromatose) oder auch ohne erkennbare Ursache im Gelenkknorpel zur Ablagerung von Calcium und Phosphor in Form von Kristallen. Dadurch kann es ähnlich wie bei der Gicht zu akuten Entzündungen einzelner Gelenke (z.B. Kniegelenke) kommen. Eine andere mögliche Folge ist ein vorzeitiger Gelenkverschleiß (Arthrose).

Churg-Strauss-Syndrom

Das Churg-Strauß-Syndrom ist eine seltene Form einer Gefäßentzündung (Vasculitis). Häufig sind dabei Gefäße im Bereich der Lunge, der Haut oder des Nervensystems betroffen, seltener auch des Herzbeutels, der Niere oder des Darmes. Dadurch kommt es zu krankhaften Störungen dieser Organe. Typisch für das Churg-Strauß-Syndrom ist, daß der Erkrankung häufig ein mehrjähriges Stadium mit allergischen Erscheinungen an Nase ("Heuschnupfen") und Lunge (Asthma) vorangeht. Unbehandelt kann die Erkrankung zum Tode führen. Sie wird wie andere Gefäßentzündungen üblicherweise mit Cortison behandelt.

Ciclosporin

Ciclosporin wurde ursprünglich als ein Medikament entwickelt, das die Abstoßung transplantierter Organe (z.B. Nierentransplantation) verhindern soll. Es wirkt dabei als ein das Abwehrsystem des Körpers (Immunsystem) schwächendes Medikament (Immunsuppressivum). Da sich durch eine Schwächung des Immunsystems auch Entzündungen hemmen lassen, wird Cyclosporin in manchen Fällen auch zur Behandlung entzündlich rheumatischer Erkrankungen eingesetzt.

Cloprednol

Cloprednol ist ein Cortisonpräparat (Handelsname z.B. Syntestan® ).

Colchicin

Colchicin ist ein Medikament, das zur Behandlung des akuten Gichtanfalls eingesetzt werden kann. Eine typische Nebenwirkung bei höherer Dosierung ist Durchfall.

Colitis ulcerosa

Chronische Entzündung meist des Dickdarms, die sich häufig durch Bauchschmerz und blutige Durchfälle auszeichnet. Die Colitis ulcerosa wird im Gegensatz zu anderen akuten Darmentzündungen (z.B. Salmonellen-Infektion) nicht durch Bakterien verursacht. Man vermutet, daß es sich hierbei um eine sogenannte Autoimmunerkrankung handelt, d.h. eine fehlgeleitete entzündliche Reaktion des Körpers gegen körpereigenes Gewebe. Im Gefolge einer Colitis ulcerosa kann auch eine besondere Form entzündlicher Gelenkerkrankungen auftreten, eine sogenannte Enteroarthropathie.

Computertomografie

Die Computertomografie ist eine spezielle Röntgenuntersuchung, bei der Schnittbilder des Körpers gewonnen werden. Diese bieten den Vorteil, daß verschiedene Strukturen des Körpers (z.B. einzelne Organe) in ihren räumlichen Beziehungen zueinander besonders gut darstellbar sind. Gegenüber einer normalen Röntgenaufnahme hat die Computertomografie den Nachteil einer höheren Strahlenbelastung und höherer Kosten. Außerdem lassen sich viele Fragestellungen (z.B. Knochenveränderungen bei chronischer Polyarthritis) mit einer normalen Röntgenaufnahme besser klären.

Corticoide

Cortison ist ein (natürliches) Hormon, das in der Nebennierenrinde gebildet wird. Es bewirkt den Abbau körpereigener Reserven an Eiweiß und Zucker (Glykogen) und stellt diese für die Energiegewinnung des Körpers zur Verfügung. Ohne Cortison ist der Mensch nicht lebensfähig. Eine weitere Wirkung des Cortisons ist seine ausgeprägt hemmende Wirkung auf Entzündungen. Cortison und chemisch verwandte Substanzen (die sogenannten Corticoide) werden deshalb in der Medizin zur Behandlung bestimmter Entzündungen eingesetzt. Gefürchtet sind dabei bei längerer (d.h. über Monate bis Jahre) Anwendung höherer Dosen zahlreiche mögliche Nebenwirkungen, u.a. Gewichtszunahme, Knochenschwund (Osteoporose) und Schädigung der Augen. Deshalb sollte Cortison nicht unkritisch und nur dann eingesetzt werden, wenn man keine Alternativen hat. Darüberhinaus kann man den Nebenwirkungen durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen und z.T. auch durch spezielle Behandlungen entgegenwirken.

COX-2-Hemmer

Viele antirheumatisch wirksame Schmerzmittel (NSAR) können als Nebenwirkung das Auftreten von Magengeschwüren fördern. COX-2-Hemmer sind eine Neuentwicklung solcher Schmerzmittel, bei der das Risiko eines Magengeschwüres nicht mehr erhöht ist. Man wendet diese Medikamente vorzugsweise dann an, wenn noch andere Faktoren auf ein höheres Magengeschwür-Risiko hinweisen (z.B. Alter über 60 Jahre, gleichzeitige Cortisontherapie, bereits früheres Auftreten von Magengeschwüren).

CP

[die; grch.], früher primär cP, auch rheumatoide Arthritis genannt. Häufigste entzündliche Gelenkerkrankung aus der Gruppe der rheumatischen Erkrankungen, mit lang andauernden ("chronischen"), meist in Schüben verlaufenden Entzündungen vieler Gelenke ("Polyarthritis"). Je nach Schwere und Aktivität der Erkrankung bzw. unbehandelt verläuft diese langsam fortschreitend und führt zu einer Zerstörung der Gelenke und damit auch deren Funktion. Typisch ist der oft schon in der Anfangsphase erkennbare symmetrische Befall der Fingergrund-, -mittel- und Handgelenke, welche schmerzhaft geschwollen und oft überwärmt sind. Bei zunehmender Gelenkzerstörung kann es zu einer charakteristischen Fehlstellung der Finger und Hände kommen, was mitunter deutliche Behinderungen im Alltag der Patienten zur Folge hat. Das Vorkommen der Erkrankung wird auf ca. 0,3 bis 0,8% geschätzt. Frauen erkranken häufiger als Männer (Verhältnis etwa 3:1). Im Blut der Patienten mit cP finden sich Entzündungszeichen, welche gut mit der Krankheitsaktivität korrelieren und in ca. 80% der sogenannte "Rheumafaktor", ein Antikörper, welcher gegen körpereigene Eiweiße, die selber wiederum natürliche Antikörper darstellen, gerichtet ist. In der medizinischen Behandlung wird unterschieden zwischen physikalischer, operativer und medikamentöser Therapie, welche sich je nach Krankheitsbild in unterschiedlicher Weise sinnvoll ergänzen. Patienten finden Hilfe in Patienten-Selbsthilfegruppen,wie der Deutschen Rheumaliga e.V.

Crohn

= Morbus Crohn. Es handelt sich ähnlich wie die Colitis ulcerosa um eine chronische Entzündung des Darmes (meist Dünndarm), die zu häufigen Durchfällen führt. Sie wird nicht durch Bakterien oder Viren verursacht, sondern offenbar durch eine fehlgeleitete entzündliche Reaktion des Körpers gegen körpereigene Gewebe. Dabei ist eine genaue Krankheitsursache bisher nicht bekannt. Der Morbus Crohn kann mit Gelenkentzündungen einhergehen (sog. Enteroarthropathie).

CRP

C-reaktives Protein.

Cushing-Syndrom

In der Nebenniere des Menschen wird Cortison als ein natürliches für das Überleben notwendiges Hormon gebildet. Bei einer krankhaften Vermehrung des Cortisons im Blut kommt es zu einer Reihe unerwünschter Hormonwirkungen, die man in ihrer Gesamtheit Cushing-Syndrom nennt (Cushing hat diese Erkrankung als erster Arzt beschrieben). Dazu gehören z.B. eine Zunahme des Körpergewichts, ein Schwund der Knochen (Osteoporose), Ansteigen des Blutzuckers (Diabetes mellitus), des Blutdrucks (Hypertonie) u.a. Unter einer langdauerndern Behandlung mit Cortisonpräparaten in hoher Dosis können ähnliche Zeichen auch als unerwünschte Nebenwirkungen auftreten.

Cyclophosphamid

Cyclophosphamid (Handelsname z.B. Endoxan®) wurde ursprünglich zur Behandlung von Tumoren (Krebs) entwickelt. Da es auch eine Dämpfung der körpereigenen Abwehr (Immunsystem) bewirkt, benutzt man es in manchen Fällen auch zur Behandlung von Erkrankungen, die durch eine fehlgeleitete Abwehrreaktion des Körpers gegen körpereigene Gewebe (sog. Autoimmunerkrankungen) gekennzeichnet sind. Dies gilt insbesondere dann, wenn solche Erkrankungen einen sehr stürmischen oder lebensbedrohenden Verlauf haben (z.B. Versagen der Niere beim sog. Lupus erythematodes).


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D

D-Penicillamin

D-Penicillamin (Handelsnamen z.B. Trovolol®, Metalcaptase®) wird als Basistherapeutikum zur Behandlung der chronischen Polyarthritis und anderer entzündlich rheumatischer Erkrankungen (z.B. Sklerodermie) eingesetzt.

Degenerativ

Unter einer degenerativen Gelenkerkrankung versteht man im Gegensatz zu einer entzündlichen Gelenkerkrankung eine durch "Verschleiß" der Gelenke bedingte Erkrankung. Eine solche Erkrankung ist z.B. der sogenannte Gelenkverschleiß, die Arthrose.

Dermatomyositis

Muskel- und Hautentzündung unklarer Ursache. Typisch sind eine schmerzhafte Muskelschwäche sowie Schwellungen und Verfärbungen der Haut (z.B. Augenlider). Da eine Dermatomyositis Frühzeichen einer bösartigen Tumorerkrankung sein kann, sollte bei dieser Diagnose immer auch nach versteckten Tumoren gesucht werden. Dadurch hat man die Chance, diese in einem Stadium zu finden, in denen sie z.B. durch eine Operation heilbar sind.

Dexamethason

Dexamethason ist ein Cortisonpräparat (Handelsname z.B. Fortecortin®). Seine entzündungshemmende Wirkung beträgt ungefähr das 30-fache der von körpereigenem Cortison, es wirkt damit bereits in kleinen Mengen.

Diarrhoe

= Durchfall.

DNS

= Desoxyribonucleinsäuren. Diese Substanzen finden sich in sämtlichen menschlichen Zellen (Zellkern) und sind Träger der Erbinformationen.

Dysphagie

= Schluckstörung, erschwertes Schlucken. Ursachen können z.B. Engstellungen oder Entzündungen der Speiseröhre sein, Störungen der den Schluckakt steuernden Nerven oder der Schluckmuskeln.

Dyspnoe

= Luftnot.


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E

Elektrotherapie

ElektrotherpaieElektrotherapie
Die Elektrotherapie nutzt die Wirkung elektrischer Ströme zur Behandlung verschiedener Krankheitserscheinungen (Symptome). Je nach Art des angewandten Stromes (Gleichstrom, Niederfrequenz, Mittelfrequenz, Hochfrequenz) und Art der Anwendung (z.B. Stangerbad, Iontophorese) können dabei verschiedene Wirkungen erzielt werden. So kann man die Elektrotherapie zur Schmerzlinderung, zur Behandlung von Nerven- und Muskelschäden (Lähmungen) und Wärmebehandlung einsetzen.

ENA

= extrahierbare nukleäre Antikörper. Dies ist eine Untergruppe der Antikörper gegen Zellkernbestandteile (antinukleäre Antikörper - ANA), die bei der Diagnose bestimmter Autoimmunerkrankungen von Bedeutung ist.

Enbrel® (Etanercept)

Enbrel® ist ein sogenannter TNF-Alpha-Blocker. TNF-Alpha ("Tumor-Nekrose-Faktor") ist ein Stoff, der im Körper von verschiedenen an Entzündungen beteiligten Zellen abgegeben wird und eine wichtige Rolle für das Auftreten entzündlicher Gewebsveränderungen hat. Die Wirkung von TNF-Alpha wird durch Stoffe wie Enbrel® blockiert und dadurch können rheumatische Entzündungen gehemmt werden. Enbrel® wird gentechnologisch hergestellt und ist deshalb zur Zeit noch ein sehr teures Medikament. Man empfiehlt deshalb die Anwendung vorwiegend nur bei solchen Patienten, bei denen andere entzündungshemmende Behandlungen (Basistherapeutika) nicht ausreichend angesprochen haben. Da das Medikament nicht nur auf rheumatische Entzündungen hemmend wirkt, sondern auch auf andere Funktionen des Immunsystems, kann es die Abwehr von Infektionen beeinträchtigen und solche begünstigen. Man kann ebenso bisher nicht mit letzter Sicherheit ausschliessen, dass das Medikament die Fähigkeit des Körpers zur Abwehr bösartiger Zellen einschränkt und damit die Entwicklung bösartiger Erkrankungen fördert. Auch aus diesem Grunde beschränkt man die Anwendung auf solche Patienten, die auf eine andere Therapie nicht ausreichend ansprachen. Enbrel® wird in Form von Spritzen unter die Haut gespritzt (üblicherweise 2x wöchentlich).

Endoprothese

= künstliches Gelenk. Am häufigsten sind Hüftgelenks-Endoprothesen (Total-Endo-Prothese = TEP oder Hüft-Voll-Prothese = HVP genannt) sowie Kniegelenksprothesen (Knie-Voll-Prothese = KVP).

Endoxan®

= Cyclophosphamid. Endoxan® ist ein Handelsname für Cyclophosphamid. Dieses Medikament wurde ursprünglich für die Behandlung von Tumoren entwickelt. Wegen seiner hemmenden Wirkung auf die körpereigene Abwehr (Immunsystem) benutzt man es in manchen Fällen auch zur Behandlung von Erkrankungen, die durch eine fehlgeleitete Abwehrreaktion des Körpers gegen körpereigene Gewebe (sog. Autoimmunerkrankungen) gekennzeichnet sind. Dies gilt insbesondere dann, wenn solche Erkrankungen einen sehr stürmischen oder lebensbedrohenden Verlauf haben (z.B. Versagen der Niere bei Lupus erythematodes).

Engpaßsyndrom

Schmerzen werden unter normalen Umständen über Schmerzfühler in der Haut wahrgenommen. Diese Schmerzfühler (Rezeptoren) stehen über Nerven mit dem Rückenmark in Verbindung. Sie leiten die Schmerzreize zum Rückenmark. Vom Rückenmark werden die Schmerzreize dann zum Gehirn weitergeleitet. Dort findet die bewußte Schmerzwahrnehmung statt. Wenn einzelne Nerven verletzt werden oder ein Druck auf sie ausgeübt wird, dann ist das so, als würden alle zu diesem Nerven gehörigen Schmerzfühler Schmerzen wahrnehmen. Man spürt den Schmerz meistens nicht an der Stelle der Verletzung sondern da wo die Schmerzfühler lokalisiert sind, nämlich in der Haut im sogenannten "Versorgungsgebiet" des Nerven. Nerven müssen auf ihrem Weg von der Haut zum Rückenmark häufig enge Stellen passieren, in welchen sie von Knochen und derbem Gewebe umgeben sind. Wenn das den Nerven umgebende Gewebe in einem solchen Engpaß schwillt (z.B. durch eine Entzündung oder mechanische Reizung), drückt es auf den Nerv und verursacht Schmerzen, manchmal auch nur ein Kribbeln oder taubes Gefühl. Man spricht dann von einem Engpaßsyndrom. Das bekannteste und häufigste Engpaßsyndrom ist das sogenannte Carpaltunnelsyndrom, das durch Druckschädigung des "Medianus-Nerven" in einem engen Kanal an der Beugeseite des Handgelenkes ausgelöst wird. Häufig kann man diese Störung nur dadurch beseitigen, daß man den Nerv aus dieser Engstelle durch eine Operation herauslöst (sogenannte Carpaltunnelspaltung).

Enteritis regionalis

= Morbus Crohn. Es handelt sich um eine chronische Entzündung des Darmes (meist Dünndarm), die zu häufigen Durchfällen führt. Sie wird nicht durch Bakterien oder Viren verursacht, sondern offenbar durch eine fehlgeleitete entzündliche Reaktion des Körpers gegen körpereigene Gewebe. Dabei ist eine genaue Krankheitsursache bisher nicht bekannt. Der Morbus Crohn kann mit Gelenkentzündungen einhergehen (sog. Enteroarthropathie).

Enthesitis

= Enthesiopathie = Insertionstendopathie. Schmerzhafte Entzündung des Ansatzes einer Sehne am Knochen. Diese kann z.B. am Ansatz der Achillessehne auftreten oder am Ellenbogen ("Tennisellenbogen"). Auslösend können eine Überbelastung sein oder entzündlich rheumatische Erkrankungen (z.B. chronische Polyarthritis).

Entzündung

Wenn das Abwehrsystem des Körpers (Immunsystem) eine körperfremde Substanz oder auch ein körperfremdes Lebewesen (Bakterie) als schädlich erkennt, versucht es diese zu entfernen. Dies geschieht durch eine Entzündung. Dabei wandern Abwehrzellen des Körpers (Leukozyten) an den Ort der Entzündung und versuchen das körperfremde "Antigen" zu zerstören oder zu inaktivieren (d.h. unschädlich zu machen).

Enzym

Enzyme sind Eiweißkörper, die bestimmte chemische Prozesse im Körper fördern (katalysieren). So führt z.B. das Enzym Amylase im Speichel zur Umwandlung von Stärke in Zucker. Enzyme finden sich auch in vielen Körperzellen und spielen dort eine wichtige Rolle für deren Funktion. So werden z.B. viele Medikamente in der Leber durch Enzyme abgebaut und für die Ausscheidung über den Harn oder den Stuhl vorbereitet. Gelangen Enzyme aus den Zellen ins Blut, dann können Sie dort nachgewiesen werden. So findet man z.B. im Blut aus Leberzellen die Enzyme GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transferase) und Gamma-GT (Glutamat-Transferase). Bei Schädigungen der Leber werden diese Enzyme vermehrt aus den geschädigten Zellen ins Blut abgegeben und können dort in vermehrter Konzentration nachgewiesen werden. Deshalb kann man durch eine Blutuntersuchung häufig auf eine Leberschädigung rückschließen.

Epicondylitis

Die Epicondylen sind Ansatzpunkte von Sehnen am Oberarmknochen. Durch mechanische Überbeanspruchung der Sehnen kann es hier zu schmerzhaften Reizungen kommen. Die bekannteste Form einer Epicondylitis ist der Tennisellenbogen, der durch eine Überbeanspruchung der Fingerstreck-Muskulatur und -Sehnen entsteht.

Ergotherapie

ErgotherapieErgotherapie
Eine unerwünschte Folge rheumatischer Erkrankungen ist neben dem Schmerz häufig auch eine Funktionsbeeinträchtigung betroffener Gelenke. Der Ergotherapeut untersucht das Ausmaß solcher Funktionsstörungen (Funktionsmessung), ihren Einfluß auf Tätigkeiten des Alltags (z.B. Körperpflege) und versucht diese zu lindern oder zu kompensieren. Gestörte Gelenkfunktionen können z.B. durch ein gezieltes Training verbessert werden (sogenannte funktionelle Ergotherapie). Falls dies nicht mehr möglich ist, berät der Ergotherapeut auch über Hilfsmittel, die es ermöglichen, die gestörte Funktion zu ersetzen. Dabei verfolgt die Ergotherapie immer das Ziel, dem Patienten ein maximales Mass Selbständigkeit zu ermöglichen.

Erythem

= flächenhafte Hautrötung. Diese kann die gesamte Haut oder Teile davon betreffen und Ausdruck unterschiedlichster Hautveränderungen sein. Ein typisches Erythem findet man z.B. beim Sonnenbrand.

Erythema nodosum

ErythemErythem
Hellrote bis bläuliche knotige Hautveränderung vorwiegend an den Unterschenkelstreckseiten, seltener an den Streckseiten der Arme. Ein Erythema nodosum kann Begleiterscheinung verschiedener rheumatischer Erkrankungen sein (z.B. Sarkoidose) aber z.B. auch als Nebenwirkung von Medikamenten auftreten.

Erythematodes

siehe Lupus erythematodes

Exanthem

= plötzlich über größere Körperabschnitte auftretende Hautveränderungen wie Flecken oder Quaddeln. Typische Exantheme findet man z.B. bei Masern oder Röteln, ein Exanthem kann aber auch Folge einer Arzneimittelnebenwirkung sein. Exantheme können juckend oder nicht juckend sein.


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F

Felty-Syndrom

Das Felty-Syndrom ist eine besondere Verlaufsform einer chronischen Polyarthritis mit positivem Rheumafaktornachweis, Verminderung weißer Blutkörperchen (Leukopenie) und Vergrößerung der Milz (Splenomegalie). Es ist sehr selten.

Fibromyalgie

Als Fibromyalgie beschreibt man eine Erkrankung ungeklärter Ursache, die mit Muskelschmerzen im Bereich des gesamten Körpers, starker Schmerzempfindlichkeit bestimmter Punkte des Körpers (sogenannte "tender points") und allgemeinen Störungen wie Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen und Müdigkeit, einhergeht. Vor Stellung der Diagnose "Fibromyalgie" sollten andere rheumatische Erkrankungen ausgeschlossen werden. Bei Patienten wie bei Ärzten führt der fehlende Nachweis krankhafter Veränderungen bei den üblichen Untersuchungsmethoden wie Blutuntersuchung oder Röntgen häufig zu der Fehleinschätzung, daß die Schmerzen "eingebildet" seien. Das ist nicht der Fall. Die Behandlung der Fibromyalgie muß individuell festgelegt werden. Sie beruht in erster Linie auf physikalischen Behandlungsmethoden wie Massage, Wärmetherapie oder Elektrotherapie, dann auch auf psychologischen Methoden wie autogenes Training und Schmerzbewältigungshilfen, manchmal werden auch Medikamente eingesetzt.

Fingerpolyarthrose

Häufig auf erblicher Grundlage auftretender Verschleiß der Finger- Mittelgelenke (sogenannte Bouchard-Arthrose) und der Finger-Endgelenke (sogenannte Heberden-Arthrose). Die betroffenen Gelenke werden dabei dicker, weswegen man diese Erkrankungen mit einer entzündlichen Gelenkschwellung (Polyarthritis) verwechseln kann. Eine ursächliche Behandlung ist bisher nicht möglich, man kann die Schmerzen aber durch Medikamente und verschiedene physikalische Behandlungen (z.B. Kneten der Finger in warmem Sand) mindern.

Fluocortolon

Fluocortolon ist ein Cortisonpräparat (Handelsname z.B. Ultralan®).

Fluorid

Fluorid (Natriumfluorid) wird zur Behandlung der Osteoporose eingesetzt. Es führt zu einer Zunahme des Knochenanbaus. Die Fluorid-Therapie der Osteoporose wird in der Regel nur über 2-3 Jahre fortgesetzt, weil der Knochen sonst spröde und damit leichter brüchig wird. Bei Überdosierung kommt es typischerweise zu Schmerzen in den Fußgelenken.


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G

Gaenslen-Zeichen

Bei einer Entzündung der Fingergrundgelenke führt der Händedruck zu Schmerzen. Dies bezeichnet man als Gaenslen-Zeichen.

Gastrointestinal

= den Magen-Darm-Trakt betreffen. Gastrointestinale Nebenwirkungen von Medikamenten z.B. sind solche die Magen und Darm betreffen, also Übelkeit, Erbrechen, Durchfall etc.

Gelenkentzündung

siehe Arthritis

Gelenkpunktion

Die Gelenke werden von einer schützenden Haut, der Gelenkkapsel umhüllt. Diese wird von der Gelenkhaut (Synovialis) ausgekleidet. Die Synovialis produziert Gelenkflüssigkeit (Synovia), die die Gelenkoberflächen gleitfähig hält ("Gelenkschmiere"). Bei Gelenkentzündungen ist die Gelenkflüssikeit häufig stark vermehrt und führt zu einer Vorwölbung der Haut über den Gelenken (Gelenkerguß). Man kann nun nach lokaler Betäubung mit einer dünnen Nadel diese Flüssigkeitsansammlung punktieren und Gelenkflüssigkeit absaugen. Die Untersuchung der Gelenkflüssigkeit gibt Hinweise auf die Ursache des Gelenkergusses, z.B. rheumatische Entzündungen oder Gelenkverschleiß. Bei Entzündungen des Gelenkes kann man auch Medikamente in den Gelenkraum spritzen. Diese wirken dann direkt am entzündeten Gelenk (z.B. Cortison). Der Vorteil dieser Behandlung ist, daß die Medikamente nur in sehr geringen Mengen ins Blut geraten und damit im übrigen Körper kaum Nebenwirkungen auftreten können. Nachteilig ist, daß auf diese Weise auch Bakterien in den Gelenkraum gelangen können und dort eine eitrige Entzündung auslösen. Bei entsprechender Vorsicht ist passiert dies allerdings extrem selten.

Gelenkrheumatismus

veralterter Begriff für die entzündlichen rheumatischen Erkrankungen

Gelenkschutz

Rheumatisch entzündete Gelenke sind nicht mehr so belastbar wie gesunde Gelenke. Deshalb ist es wichtig Überbelastungen dieser Gelenke zu vermeiden. Diesem Ziel dienen die Regeln des Gelenkschutzes. So sollte man z.B. eine Tasse nie nur mit einer Hand, sondern mit beiden Händen anfassen. Über den Gelenkschutz informiert der Ergotherapeut (sogenannte Gelenkschutzunterweisung).

Gicht

GichtanfallGichtanfall
GichtknotenGichtknoten
= Gelenkerkrankung durch erhöhte Harnsäure. medizin: Arthritis urica, Stoffwechselkrankheit, die durch erhöhte Harnsäure (HS), ein natürliches Abbauprodukt des Purinstoffwechsels der Körperzellen, bedingt ist. Die HS kann durch vermehrte Zufuhr (z.B. purinreiche Nahrung), vermehrte Bildung im Körper (z.B. angeborene Enzymdefekte) oder eine verminderte Ausscheidung über die Niere (Nierenkrankheiten, Medikamente, Alkohol) bedingt sein, wobei meist mehrere dieser Mechanismen zum Tragen kommen müssen, bevor eine G. ensteht. Durch Auskristallisierung der HS, vor allem an kühlen Körperregionen (Goßzehengrundgelenk, Ohrknorpel), entstehen entzündliche Knoten ("Tophus"). Typischerweise kommt es zu einem akut, über Nacht auftretenden Gichtanfall der Großzehe ("Podagra"), welcher zu einer hoch schmerzhaften entzündlichen Schwellung des Großzehengrundgelenkes führt, einschließlich einer ausgeprägten Schmerzempfindlichkeit der Haut. Bei fortbestehender bzw. unbehandelter Harnsäureerhöhung kann die Gichtarthritis fast alle großen und kleinen Gelenke betreffen. Die Gicht ist bei männlichen Patienten viel häufiger als bei weiblichen (Verhältnis 10:1). Durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen im Nierengewebe kann es im fortgeschrittenen Stadium der Gicht auch zu einer (zusätzlichen) Schädigung der Nieren kommen. Die Behandlung des akuten Gichtanfalls besteht in Ruhigstellung, Kühlung und Gabe von Rheumamedikamenten bzw. Colchicin, der Prophylaxe des Gichtanfalls dienen diätetische Maßnahmen und Vermeiden von Alkohol. Wird die G. durch diese Maßnahmen nicht gebessert, ist eine dauernde Gabe von Medikamenten notwendig, welche die Bildung der Harnsäure im Körper vermindern.

Glukokortikosteroide

Als Glukokortikosteroide bezeichnet man Cortison-Präparate mit entzündungshemmender Wirkung.

Goldtherapie

Chronische Gelenkentzündungen beruhen auf einer fehlgeleiteten Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems (Immunsystem), die zu einer Entzündung in der Gelenkhaut führt. Gold in chemisch gebundener Form kann diese Abwehrreaktion offensichtlich so beeinflußen, daß eine Entzündung überhaupt nicht oder nur in deutlich geminderter Form auftritt. Dadurch wird nicht nur Schmerzen vorgebeugt, sondern auch einer Zerstörung der Gelenke. Deshalb wird Gold zur Basistherapie der chronischen Polyarthritis eingesetzt (Handelsname z.B. Tauredon®). Wie bei anderen Basistherapeutika muß diese Behandlung oft lebenslang fortgeführt werden.

Gonagra

= Schmerz im Kniegelenk.

Gonarthritis

= Entzündung des Kniegelenkes

Gonarthrose

= Kniegelenkverschleiß


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H

Hämochromatose

Erblich bedingte Erkrankung, bei der vermehrt Eisen im Gewebe abgelagert wird. Dadurch kommt es unter anderem zu Funktionsstörungen der Leber, des Herzens und der Bauchspeicheldrüse (Diabetes mellitus). Die Hämochromatose kann sich auch als Gelenkerkrankung mit Entzündung und Gelenkverschleiß äußern.

Hämophilie

= Bluterkrankheit. Erblich bedingte Störung der Blutgerinnung. Dadurch kann es spontan oder nach leichten Verletzungen zu lang andauernden Blutungen kommen. Wenn es dabei zu Blutungen in Gelenke kommt, spricht man von einem Hämarthros (Blutergelenk). Wiederholen sich solche Blutungen, dann können sie zu vorzeitigem Gelenkverschleiß führen.

Harnsäure

Harnsäure ist ein natürliches Stoffwechselprodukt und entsteht vermehrt bei der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel, z.B. Fleisch. Unter bestimmten Bedingungen kann es zu einem vermehrten Anfall von Harnsäure im Stoffwechsel kommen oder auch zu einer verminderten Ausscheidung über die Niere. Dann steigt der Harnsäurespiegel im Blut an und Harnsäurekristalle können entstehen (ausfallen). Ein häufiger Ort, wo dies geschieht, sind die Gelenke. Diese antworten darauf oft mit einer heftigen, sehr schmerzhaften Entzündung (Gicht-Anfall). Wiederholen sich diese Entzündungen, dann kann es auch zu einer Zerstörung vonGelenken kommen. Die Gicht behandelt man in erster Linie dadurch, daß man auf verschiedene Gicht-fördernde Nahrungsmittel verzichtet. Darüberhinaus kann man den Harnsäurespiegel im Blut auch durch Medikamente senken und damit einem Gichtanfall vorbeugen.

Heberden-Arthrose

Häufig auf erblicher Grundlage auftretender Verschleiß der Finger- Endgelenke. Dieser tritt häufig gemeinsam mit einem Verschleiß der Fingermittelgelenke auf (Bouchard-Arthrose). Die betroffenen Gelenke werden dabei dicker, weswegen man diese Erkrankungen mit einer entzündlichen Gelenkschwellung (Polyarthritis) verwechseln kann. Eine ursächliche Behandlung ist bisher nicht möglich, man kann die Schmerzen aber durch Medikamente und verschiedene physikalische Behandlungen (z.B. Kneten der Finger in warmem Sand) mindern.

Hepatomegalie

= Leberschwellung. Sie kann verschiedenste Ursachen haben, z.B. eine Verfettung der Leber.

Histologie

Während sich die Anatomie mit dem Aufbau des Körpers beschäftigt, beschreibt die Histologie den Aufbau von Geweben, wie er sich unter dem Mikroskop darstellt. Sowohl durch Operation entnommene krankhafte Gewebe (z.B. Tumoren) als auch durch Punktionen gewonnene Gewebsproben (Biopsien) können durch die mikroskopische Untersuchung oft eine sehr genaue Diagnose-Stellung ermöglichen.

HLA-B27

Das HLA-B27 ist ein Erbmerkmal, das im Blut feststellbar ist. Man findet es gehäuft bei Patienten mit bestimmten rheumatischen Erkrankungen (z.B. Morbus Bechterew). Das heißt aber nicht, daß der Nachweis des HLA-B27 gleichbedeutend mit der Diagnose "Rheuma" oder "Morbus Bechterew" ist.

Horton-Riesenzellarteriitis

= Arteriitis temporalis. Rheumatische Entzündung der Schläfenarterien, die sich hinter dem Symptom "Kopfschmerzen" verbergen kann. Sie ist häufig mit Symptomen einer "Polymyalgia rheumatika " vergesellschaftet, die mit Muskelschmerzen im Bereich von Schultern, Oberarmen und Oberschenkel, allgemeiner Schwäche und Depressionen einhergehen kann. Die Arteriitis temporalis kann auch andere Arterien betreffen: Gefürchtet wird hier insbesondere eine Entzündung der Augenarterien mit der Gefahr der Erblindung. Mittel der Wahl zur Behandlung der Arteriitis temporalis sind Steroide (Cortison).

Hydrotherapie

Behandlung durch Anwendung von kaltem und warmen Wasser in verschiedener Weise (z.B. Bäder, Güsse, Wickel, Packungen). Dabei werden bei rheumatischen Erkrankungen Entzündungen kühl bis kalt behandelt, Verschleißerkrankungen der Gelenke eher warm bis heiß.

Hyperlipoproteinämie

= Fettstoffwechselstörung. Die wichtigste Fettstoffwechselstörung ist die Erhöhung des Cholesterins im Blut (Hypercholesterinämie). Diese ist eine der Ursachen der Arterienverkalkung (Arteriosklerose), die für Krankheiten wie Herzinfarkt und Durchblutungsstörungen des Gehirns verantwortlich gemacht wird.

Hypersensitivitätsvasculitise

Unter diesem Begriff wird eine Reihe von selteneren Erkrankungen geführt, bei denen es zu allergisch bedingten Entzündungen von Gefäßen kommt. Diese führen zu Hauterscheinungen, Gelenkentzündung, manchmal auch zu Entzündungen am Herzen und am Darm (Koliken). Als Auslöser werden unter anderem Medikamente und Bakterien vermutet, selten auch Erkrankungen des Blutes (Plasmozytom, Morbus Hodgkin).

Hyperthyreose

= Überfunktion der Schildrüse. Das Schilddrüsenhormon Thyroxin fördert bei Kindern das Wachstum, bei Erwachsenen steuert es unter anderem die Energie- und Wärmegewinnung des Körpers. Bei der Hyperthyreose wird Thyroxin vermehrt gebildet. Folgeerscheinungen sind u.a. schneller Herzschlag, Durchfall, Gewichtsabnahme, vermehrte Nervosität.

Hypertonie

= Bluthochdruck. Anstieg des Blutdrucks auf mehr als 140/90 mmHg in Ruhe. Obwohl man einen erhöhten Blutdruck häufig nicht bemerkt, muß er behandelt werden, weil es sonst auf Dauer zu gefährlichen Folgeerscheinungen, z.B. zu einem Schlaganfall, kommen kann.

Hyperparathyreoidismus

= Überfunktion der Nebenschilddrüse. Aus verschiedenen Gründen (vermehrtes Wachstum der Nebenschilddrüse, Mangel an Calcium und/oder Vitamin D, gestörte Nierenfunktion) kann es zu einer vermehrten Ausschüttung des Nebenschilddrüsenhormons Parathormon kommen. Die Folge ist ein vermehrter Knochenabbau mit der Gefahr des Knochenschwunds (Osteoporose). Durch den vermehrten Knochenabbau wird auch vermehrt Calcium aus dem Knochen freigesetzt. Die Freisetzung von Calcium kann zu einem übermäßigen Anstieg des Calcium-Spiegels im Blut mit der Folge einer Störung der Funktion von Muskeln und Nervengewebe führen (z.B. Muskelschwäche und -schmerzen, psychische Veränderungen wie z.B. Depression).

Hypertrichose

= vermehrte Behaarung. Eine solche kann durch hormonelle Störungen (vermehrte Bildung von männlichem Sexualhormon) bedingt sein, aber auch durch Medikamente (z.B. Phenytoin, Ciclosporin).

Hyperuricämie

= erhöhter Harnsäurespiegel im Blut. Harnsäure ist ein natürliches Stoffwechselprodukt und entsteht vermehrt bei der Aufnahme bestimmter Nahrungsmittel, z.B. Fleisch. Unter bestimmten Bedingungen kann es zu einem vermehrten Anfall von Harnsäure im Stoffwechsel kommen oder auch zu einer verminderten Ausscheidung über die Niere. Dann steigt der Harnsäurespiegel im Blut an und Harnsäurekristalle können entstehen (ausfallen). Ein häufiger Ort, wo dies geschieht, sind die Gelenke. Diese antworten darauf oft mit einer heftigen, sehr schmerzhaften Entzündung (Gicht-Anfall). Wiederholen sich diese Entzündungen, dann kann es auch zu einer Zerstörung vonGelenken kommen. Die Gicht behandelt man in erster Linie dadurch, daß man auf verschiedene Gicht-fördernde Nahrungsmittel verzichtet. Darüberhinaus kann man den Harnsäurespiegel im Blut auch durch Medikamente senken und damit einem Gichtanfall vorbeugen.


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I

Ileosakralgelenke

= federnde Verbindung zwischen Kreuzbein und Darmbein. Diese kann bei bestimmten Formen von Gelenkentzündungen (z.B. Morbus Bechterew) entzündet sein und zu typischen Rückenschmerzen führen.

Immunglobuline

= Eiweißkörper im Blut, die die Funktion von Antikörpern haben. Antikörper werden vom Körper gebildet um z.B. Bakterien und deren Gifte zu neutralisieren oder zu zerstören.

Immunkomplexe

Das Abwehrsystem des Körpers (Immunsystem) bekämpft körperfremde Stoffe (= Antigene), z.B. von Bakterien gebildete Zellgifte, unter anderem dadurch, daß es Eiweißkörper (diese nennt man auch Antikörper) bildet, die die Antigene neutralisieren oder zerstören. Dazu verbinden sich die Antikörper mit den Antigenen. Durch diese Verbindung kann es zur Bildung sogenannter Immunkomplexe kommen, die sich im Gewebe ablagern und dort Entzündungen auslösen können. Man spricht in diesem Zusammenhang dann von einer Immunkomplex-Krankheit. Eine solche kann auch Begleiterscheinung entzündlicher rheumatischer Erkankungen sein.

Impingement-Syndrom

impinge = auftreffen. Die Schulter ist das beweglichste Gelenk des Körpers. Hier setzen auch zahlreiche Muskeln mit ihren Sehnen an. Dabei sind die Sehnenansätze am Gelenk besonders hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Infolge dessen kann es an bestimmten Stellen leicht zu Reizungen des Sehnenansatzes am Knochen kommen. Bei Bewegungen im Schultergelenk verursachen diese gereizten Sehnenansätze Schmerzen.

Infektiöse Arthritis

= durch Bakterien ausgelöste Gelenkentzündung. Hierbei gelangen Bakterien von außen (z.B. durch Spritzen) oder durch das Blut in den Gelenkraum und führen zu einer eitrigen Entzündung. Eine infektiöse Arthritis muß mit Antibiotika (z.B. Penicillin) behandelt werden.

Infliximab

(Remicade®): Remicade® ist ein sogenannter TNF-Alpha-Blocker. TNF-Alpha ("Tumor-Nekrose-Faktor") ist ein Stoff, der im Körper von verschiedenen an Entzündungen beteiligten Zellen abgegeben wird und eine wichtige Rolle für das Auftreten entzündlicher Gewebsveränderungen hat. Die Wirkung von TNF-Alpha wird durch Stoffe wie Remicade® blockiert und dadurch können rheumatische Entzündungen gehemmt werden. Remicade® wird gentechnologisch hergestellt und ist deshalb zur Zeit noch ein sehr teures Medikament. Man empfiehlt deshalb die Anwendung vorwiegend nur bei solchen Patienten, bei denen andere entzündungshemmende Behandlungen (Basistherapeutika) nicht ausreichend angesprochen haben. Da das Medikament nicht nur auf rheumatische Entzündungen hemmend wirkt, sondern auch auf andere Funktionen des Immunsystems, kann es die Abwehr von Infektionen beeinträchtigen und solche begünstigen. Man kann ebenso bisher nicht mit letzter Sicherheit ausschliessen, dass das Medikament die Fähigkeit des Körpers zur Abwehr bösartiger Zellen einschränkt und damit die Entwicklung bösartiger Erkrankungen fördert. Auch aus diesem Grunde beschränkt man die Anwendung auf solche Patienten, die auf eine andere Therapie nicht ausreichend ansprachen. Remicade® wird in Form von Infusionen gegeben, die bei chronischer Polyarthritis meist in 8-wöchigem Abstand erfolgen. Meist erfolgt zusätzlich eine Behandlung mit Methotrexat.

Insertionstendopathie

Die Ansätze der Sehnen am Knochen sind einer hohen mechanischen Belastung ausgesetzt. Daher kann es hier infolge Überbelastung zu schmerzhaften Veränderungen kommen. Ein bekanntes Beispiel einer Insertionstendopathie ist der Tennisellenbogen, bei dem die Ansätze der Fingerstreckmuskeln am Oberarmknochen schmerzhaft gereizt sind. Eine Insertionstendopathie kann auch durch eine Entzündung der Sehnenansätze bedingt sein, z.B. bei bestimmten Formen der chronischen Polyarthritis. Eine Besserung der Schmerzen wird einerseits durch Schonung der betroffenen Muskeln und Sehnen angestrebt, andererseits durch eine krankengymnastische und physikalische Behandlung (Zufuhr von Kälte oder Wärme, Ultraschallbehandlung, Elektrotherapie). Medikamente sind hier nur unterstützend wirksam (Schmerzmittel). Manchmal kann eine Besserung auch durch eine Cortisonspritze an der Stelle des Schmerzes erreicht werden. In bestimmten Fällen kann auch eine Operation sinnvoll sein.

Iontophorese

Bei der Iontophorese werden elektrische Ströme benutzt, um Medikamente (Salben) von der Hautoberfläche in die Tiefe zu transportieren. Man benutzt das Verfahren zur Linderung von Gelenkschmerzen (z.B. Kniegelenk, Schulter).

Iridozyklitis

Entzündung der Regenbogenhaut des Auges (Iris), die manchmal im Rahmen entzündlich rheumatischer Erkrankungen auftritt (z.B. Morbus Bechterew, chronische Polyarthritis bei Kindern). Eine Iridozyklitis kann aber auch unabhängig davon auftreten. Eine Iridozyklitis muß häufig mit Cortison behandelt werden.

Ischialgie

= Ischiasschmerz, Hexenschuß.


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J

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K

Kältetherapie

Schmerzen und Schwellung entzündeter Gelenke lassen sich häufig gut durch die Anwendung von Kälte bessern. Diesen Effekt nutzt die Kältetherapie.

Kalzium

Kalzium ist ein Mineralstoff, der im Körper für die regelrechte Funktion von Nerven und Muskeln erforderlich ist. Dabei schadet sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Calcium. Deshalb wird die Calcium-Konzentration im Blut durch zwei Hormone in sehr engen Grenzen gehalten: Das Nebenschilddrüsenhormon Parathormon führt zu einer Freisetzung von Calcium aus dem Knochen und zu seiner vermehrten Aufnahme aus dem Darm. Dadurch steigt der Calciumspiegel im Blut. Währenddessen wird duch das in der Schilddrüse gebildete Hormon Calcitonin das Gegenteil bewirkt. Normalerweise halten sich diese Hormonwirkungen die Waage und der Calciumspiegel bleibt konstant. Calcium ist aber auch ein wichtiger Baustoff des Knochens und verleiht ihm seine Festigkeit. Deshalb ist eine ausreichende Zufuhr von Calcium mit der Nahrung (vor allem Milch und Milchprodukte) wichtig, um einem Knochenschwund (Osteoporose) vorzubeugen.

Kapillarmikroskopie

Bei der Kapillarmikroskopie betrachtet man kleinste Gefäße am Nagelfalz durch ein Mikroskop. Veränderungen der Form dieser Gefäße können helfen bestimmte rheumatische Erkrankungen (z.B. Sklerodermie) zu diagnostizieren.

Karpaltunnelsyndrom

Auf der zur Handfläche gerichteten Seite des Handgelenkes läuft der sogenannte Nervus medianus durch eine von Knochen und Bändern gebildete Engstelle, den sogenannten Karpaltunnel. Durch verschiedene Ursachen (z.B. Verletzung, Schwangerschaft oder auch rheumatische Entzündungen) kann es zu einer Einengung und Druckschädigung des Nerven im Karpaltunnel kommen. Die Folge sind vor allem nächtliche Schmerzen im Bereich des Daumens, des Zeige- und Mittelfingers, die mit Brennen, Kribbeln und einem Pelzigkeitsgefühl einhergehen können. Wenn diese Beschwerden anhalten, besteht die Gefahr von Lähmungen der Handmuskeln. Dann muß der eingeengte Nerv aus dem Karpaltunnel durch eine Operation befreit werden (sogenannte Karpaltunnelspaltung).

Keratokonjunktivitis

Entzündung von Bindehaut und Hornhaut des Auges. Diese kann manchmal auch als Folge rheumatischer Erkrankungen auftreten.

Kernantikörper

Antikörper gegen Zellkerne. Man nennt sie auch antinukleäre Antikörper (ANA). Es handelt sich um Antikörper, die der Körper aufgrund einer fehlgeleiteten Abwehrreaktion (Immunreaktion) gegen Bestandteile der Zellkerne bildet. Der Nachweis solcher Antikörper im Blut kann hinweisend auf bestimmte rheumatische Erkrankungen sein (z.B. Lupus erythematodes). Man muß allerdings betonen, daß man diese Antikörper manchmal auch bei gesunden Menschen finden kann.

Kernspin-Aufnahme

Anders als die Computertomografie, bei der Röntgenstrahlen benutzt werden, nutzt man bei der Kernspin-Tomografie starke magnetische Felder, um Schnittbilder des Körpers zu erhalten. Die Kernspin-Tomografie bildet dabei die Körpergewebe in einer anderen Weise ab als die Computertomografie. Sie stellt insbesondere Weichteile des Körpers deutlicher dar. Die Kernspintomografie kann die Computertomografie deshalb häufig nicht ersetzen, sondern nur ergänzen.

Ketoprofen

Dies ist ein sogenanntes nichtsteroidales Antirheumatikum (Handelsname z.B. Orudis®) Nichtsteroidale Antirheumatika Dies sind entzündungs- und schmerzstillende Medikamente, die kein Cortison enthalten. Sie wirken symptomatisch, das heißt, sie verhindern keine rheumatischen Entzündungen. Bei chronischen Gelenkentzündungen kombiniert man diese Behandlung deshalb häufig mit sogenannten Basistherapeutika, die die rheumatische Entzündung bereits in der Entwicklung bremsen sollen. Ein Nachteil der NSAR ist, daß sie die Magenschleimhaut angreifen und zu Magengeschwüren führen können. Deshalb kombiniert man sie manchmal direkt mit Medikamenten, die vor Magengeschwüren schützen sollen (sogenannter "Magenschutz").

Knochenmarkpunktion

Das Knochenmark ist der Ort im Körper, in dem Blutzellen neu gebildet werden. Bei der Knochenmarkpunktion wird mit einer Spritze etwas Knochenmark entnommen und unter dem Mikroskop untersucht. Auf diese Weise kann man feststellen, ob Blutbildveränderungen (z.B. Mangel an roten Blutkörperchen = Anämie) Folge einer Erkrankung der blutbildenden Zellen sind, oder ob andere Ursachen (z.B. Zerstörung der Blutzellen durch Gifte) dazu führen. Bei der Knochenmarkpunktion wird Knochenmark entweder aus dem Brustbein (= Sternalpunktion) oder aus dem Beckenknochen (= Beckenkamm-Biopsie) entnommen. Für die Untersuchung wird die Punktionsstelle lokal betäubt, sie ist dann nicht schmerzhafter als ein Zahnarzt-Eingriff. Eine Vollnarkose ist normalerweise nicht erforderlich.

Knopflochdeformität

Bei rheumatischen Gelenkentzündungen (Polyarthritis) kann es nach langem Verlauf zu Zerstörungen von Knochen und Sehnen kommen. Die Folge ist, daß vor allem die Finger- und Handgelenke Stellungen einnehmen, die beim Gesunden nicht möglich wären. Die sogenannte Knopflochdeformität beschreibt eine dieser Fehlstellungen an den Fingergelenken.

Kokzygodynie

= Steißbeinschmerz

Kollagenose

Als Kollagenosen wird eine Gruppe von Krankheiten bezeichnet, deren gemeinsames Kennzeichen die Entzündung verschiedener Bindegewebe im Körper sind. Dazu zählen der Lupus erythematodes, die Sklerodermie, die Dermatomyositis und Polymyositis. Diesen Erkrankungen ist auch gemeinsam, daß sie Folge fehlgesteuerter Abwehrreaktionen des Körpers gegen körpereigene Gewebe sind (sogenannte Autoimmunkrankheiten). Die Krankheitserscheinungen der genannten Kollagenosen sind aber zum Teil sehr unterschiedlich.

Koxarthrose

= Hüftgelenksarthrose. Verschleiß des Hüftgelenkes. Neben der Kniegelenksarthrose ist dies eine der häufigsten Formen von Arthrose.


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L

Laboruntersuchungen

Sie sind nur ein Baustein in der Diagnose rheumatischer Erkrankungen. Es ist z.B. falsch, alleine wegen des Nachweises eines positiven Rheumafaktors im Blut die Diagnose chronische Polyarthritis zu stellen. Dies darf man erst dann tun, wenn ein Patient auch entsprechende Beschwerden und Befunde (Gelenkschwellung etc.) hat.

Lederlon®

Lederlon® ist ein Cortisonpräparat, das häufig in entzündete Gelenke gespritzt wird. Damit bringt man das Cortison an den Ort der Entzündung. Es wirkt dort und gelangt nur in minimalen Mengen in den übrigen Körper. Dadurch ist die Gefahr unerwünschter Nebenwirkungen des Cortisons (z.B. Osteoporose) deutlich gemindert.

Lupus erythematodes

Lupus erythematodesSchmetterlingserythem bei Lupus erythematodes
[lt./grch.], auf Deutsch "Schmetterlingsflechte", wegen einer typischen, "schmetterlingsartig" über Wangen und Nase verteilten Hautrötung des Gesichtes, auch international bei Laien heute besser als "Lupus" bekannt. In seiner (häufigeren) systemischen Verlaufsform ("SLE") wichtigste generalisierte Autoimmunerkrankung, die oft auch innere Organe (v.a. Niere) betreffen kann und aufgrund häufiger (ca. 90%) Gelenkentzündungen zu den entzündlich- rheumatischen Erkrankungen gerechnet wird. Die o.g. Hautveränderungen können in bis zu 50% der Fälle mit SLE fehlen. Die Diagnose stützt sich neben der (vielfältigen) Beschwerdesymptomatik auf typische und regelhaft nachzuweisende Autoantikörper im Blut der Patienten. Bei dem reinen "Haut-Lupus" finden sich keine Beteiligungen innerer Organe und auch keine Autoantikörper. Die Therapie richtet sich nach der Krankheitsaktivität, d.h. der durch die (immunologische) Entzündung bedingten Beteiligung der Haut, Gelenke und inneren Organe. 1986 wurde die Patientenselbsthilfegruppe "Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft e.V." mit Sitz in Dortmund gegründet.

Leukopenie

= Mangel an weißen Blutkörperchen. Hierfür gibt es zahlreiche mögliche Gründe, z.B. Bluterkrankungen, Infektionen, rheumatische Entzündungen oder Nebenwirkung von Medikamenten.

Leukozytose

= Vermehrung der weißen Blutkörperchen. Dabei ist diese Vermehrung der weißen Blutkörperchen nicht mit einer Leukämie gleichzusetzen. Eine Leukozytose ist vielmehr eine häufige Begleiterscheinung von Infektionen, kann aber auch Folge unterschiedlichster anderer Ursachen sein, z.B. Rauchen, rheumatische Erkrankungen, Medikamente, Streß usw.

Löfgren-Syndrom

Das Löfgren--Syndrom beschreibt eine häufig bei jüngeren Frauen vorkommende Erkrankung, bei der es zu einer Entzündung der Sprunggelenke, verbunden mit schmerzhaften, z.T. auch knotigen Hautveränderungen an den Unterschenkeln oder Unterarmen (sog. Erythema nodosum) und einer im Röntgenbild der Lunge sichtbaren Vergrößerung von Lymphknoten im Brustkorb kommt. Die Erkrankung bildet sich meist spontan zurück. Sie kann aber auch in eine chronische Verlaufsform übergehen, bei der es zu narbigen Veränderungen der Lunge kommt (sogenannte Sarkoidose oder Morbus Boeck).

Lumbalgie

= Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule. Rückenschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. So können Sie Folgen von Muskelschwäche und einer dadurch bedingten Körperfehlhaltung sein (häufig), manchmal auch durch einen Bandscheibenschaden entstehen. Weitere Ursache sind Entzündungen des Knochens oder der zwischen den Wirbelkörpern befindlichen Gelenke. Man muß auch daran denken, daß innere Erkrankungen, z.B. der Bauchspeicheldrüse, der Prostata oder der inneren weiblichen Geschlechtsorgane hinter dem Symptom Rückenschmerz versteckt sein können.

Lumbalgie

= Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule. Rückenschmerzen können unterschiedliche Ursachen haben. So können Sie Folgen von Muskelschwäche und einer dadurch bedingten Körperfehlhaltung sein (häufig), manchmal auch durch einen Bandscheibenschaden entstehen. Weitere Ursache sind Entzündungen des Knochens oder der zwischen den Wirbelkörpern befindlichen Gelenke. Man muß auch daran denken, daß innere Erkrankungen, z.B. der Bauchspeicheldrüse, der Prostata oder der inneren weiblichen Geschlechtsorgane hinter dem Symptom Rückenschmerz versteckt sein können.

Lyme-Arthritis

Die Lyme-Arthritis ist eine durch Borrelien ausgelöste Gelenkentzündung. Borrelien sind Bakterien, die durch den Biß einer bestimmten Zeckenart übertragen werden und unter anderem noch Monate bis Jahre nach einem Zeckenbiß zu Gelenkentzündungen führen können. Die Borrelieninfektion kann auch zu Erkrankungen der Haut, des Herzens und des Nervensystems führen. Die Infektion durch Borrelien läßt sich im Blut durch Bestimmung von Antikörpern nachweisen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika.


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M

Meralgia paraesthetica

Die Außenfläche des Oberschenkels wird von einem kleinen Gefühlsnerv (Nervus cutaneus femoris lateralis) versorgt, der auf seinem Weg zum Rückenmark eine Engstelle im Bereich der Leiste (Leistenband) passieren muß. Dort kann es unter bestimmten Umständen (z.B. Schwangerschaft ) zu einer Druckschädigung des Nerven kommen. Diese äußert sich oft in Schmerzen, Kribbeln und einem pelzigen Gefühl im "Versorgungsgebiet" ders Nerven, der Außenfläche des Oberschenkels.

Metalcaptase®

Metalcaptase® ist ein Handelsname für D-Penicillamin. D-Penicillamin wird als Basistherapeutikum zur Behandlung der chronischen Polyarthritis und anderer entzündlich rheumatischer Erkrankungen (z.B. Sklerodermie) eingesetzt.

Methotrexat

Methotrexat (Handelsname z.B. Lantarel®®) ist ein Basistherapeutikum. Basistherapeutika werden in der Behandlung entzündlich rheumatischer Gelenkerkrankungen wie der chronischen Polyarthritis eingesetzt, um den Entzündungsprozeß in den betroffenen Gelenken zurückzudrängen. Nur so kann man nämlich vermeiden, daß die Gelenkentzündung zu einer raschen Gelenkzerstörung mit all ihren unangehmen Folgen (Gelenkdeformierung, Störung der Gelenkbeweglichkeit) führt. Basistherapeutika unterscheiden sich darin von den üblichen zur Schmerztherapie eingesetzten Antirheumatika, die nur gegen die Symptome der Entzündung (Schwellung, Schmerz) wirksam sind. Methotrexat wird nur einmal pro Woche in Form von Tabletten eingenommen, kann aber auch gespritzt werden. Die Wirkung von Methotrexat setzt frühestens nach 4-6 Wochen ein. Die Frage, ob Methotrexat oder ein anderes Basistherapeutikum (z.B. Gold-Therapie) benutzt wird, muß der Arzt klären.

Mischkollagenose

= Sharp-Syndrom. Lupus erythematodes, Sklerodermie, Polymyositis und Dermatomyositis sind Erkrankungen, die man wegen ihrer gemeinsamen Eigenschaft, zu Entzündungen im Bindegewebe zu führen, als Kollagenosen bezeichnet. Diesen Erkrankungen ist auch gemeinsam, daß sie Folge fehlgesteuerter Abwehrreaktionen des Körpers gegen körpereigene Gewebe sind (sogenannte Autoimmunkrankheiten). Während sich die genannten Erkrankungen in ihren Krankheitserscheinungen z.T. deutlich unterscheiden, findet man bei der Mischkollagenose ein Mischbild mit charakteristischen Krankheitserscheinungen und Laborbefunden von Lupus erythematodes, Sklerodermie, Dermatomyositis und chronischer Polyarthritis. Typisch ist dabei auch der Nachweis eines bestimmten Antikörpers im Blut, des sogenannten U-RNP-Antikörper.

Mixed connective tissue disease

siehe Mischkollagenose.

Morbus Addison

Der Morbus Addison ist eine Erkrankung, die auftritt, wenn die der Niere aufsitzende Nebenniere kein Cortison mehr herstellt. Cortison ist ein natürliches Hormon des Körpers. Der Körper benötigt es zur Energiegewinnung und zur Bewältigung von Streß. Ein solcher Cortisonmangel äußert sich typischerweise in ausgeprägter Schwäche, Übelkeit und Erbrechen sowie sehr niedrigem Blutdruck. Er kann aber auch zu einer akuten Lebensgefahr führen. Ähnliche Zustände können auftreten, wenn eine langdauernde Behandlung mit hohen Dosen Cortison plötzlich beendet wird.

Morbus Bechterew

Siehe Bechterew

Morbus Paget

Seltene Knochenerkrankung des höheren Lebensalters, bei der Knochen überstürzt sowohl abgebaut als auch wieder aufgebaut wird. Dies läuft chaotisch ab. Die Folge ist, daß der Knochen weniger stabil ist mit der Folge häufiger Knochenbrüche, er schmerzt und er wird verformt und verbogen. Man behandelt die Erkrankung mit Medikamenten, die den überstürzten Knochenumbau hemmen.

Mophäa

auf die Haut beschränkte Form der Sklerodermie.

Myalgie

= Muskelschmerz

Myasthenia gravis

Erkrankung der Muskeln, bei der die Muskeln vorzeitig ermüden. Typisch ist eine im Tagesverlauf deutlich zunehmende Muskelschwäche. Die Myasthenia gravis ist eine neurologische Erkrankung. Sie wird mit Medikamenten behandelt.

Myelographie

Darstellung des Rückenmarkskanals in der Wirbelsäule mit Kontrastmittel. Man führt diese Untersuchung durch, wenn man z.B. wissen will ob ein Bandscheibenvorfall zu einer Einengung des Rückenmarks führt.

Myopathie

= Muskelerkrankung. Muskelerkrankungen können Folge angeborener Erkrankungen sein, von Stoffwechselstörungen, Medikamenten oder z.B. auch rheumatischen Entzündungen.

Myositis

= Muskelentzündung


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N

Naproxen

Naproxen ist ein langwirkendes nichtsteroidales Antirheumatikum (Handelsname z.B. Proxen®). Nichtsteroidale Antirheumatika sind entzündungs- und schmerzstillende Medikamente, die kein Cortison enthalten. Sie wirken symptomatisch, das heißt, sie verhindern keine rheumatischen Entzündungen. Bei chronischen Gelenkentzündungen kombiniert man diese Behandlung deshalb häufig mit sogenannten Basistherapeutika, die die rheumatische Entzündung bereits im Entstehen verhindern sollen. Ein Nachteil der NSAR ist, daß sie die Magenschleimhaut angreifen und zu Magengeschwüren führen können. Deshalb kombiniert man sie manchmal direkt mit Medikamenten, die vor Magengeschwüren schützen sollen (sogenannter "Magenschutz").

Nephritis

= Nierenentzündung.

Neuritis

= Nervenentzündung.

Neuropathie

= Nervenschädigung. Neuropathien können verursacht sein z.B. durch Gifte (z.B. Alkohol), Medikamente oder Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus).

Nukleoläre Antikörper

= Antinukleäre Antikörper. Antikörper gegen Zellkerne (antinukleäre Antikörper), die bei verschiedenen rheumatologischen Erkrankungen im Blut nachgewiesen werden (z.B. Lupus erythematodes), aber auch bei Gesunden auftreten können, ohne Krankheitswert zu besitzen. Bei Patienten mit Lupus erythematodes kann ein Konzentrationsanstieg der antinukleären Antikörper im Blut Hinweis auf eine Verschlimmerung der Krankheit sein.


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O

Omarthrose

= Gelenkverschleiß (Arthrose) des Schultergelenks.

Osteomalazie

Die Osteomalazie ("Knochenerweichung") ist Folge eines Mangels an Vitamin D. Der Vitamin-D-Mangel führt zu einem Calcium-Mangel im Körper. Calcium ist ein wichtiger Baustein des Knochens und wichtig für seine mechanische Stabilität (Härte). Fehlt Calcium, dann erreicht der Knochen nicht seine notwendige Festigkeit und erleidet häufig Verformungen und bricht leichter.

Osteomyelitis

= Infektion des Knochengewebes durch Bakterien oder Pilze. Diese Krankheitserreger können auf dem Blutweg in den Knochen gelangen (z.B. von anderen Eiterherden ausgehend) oder auch nach Verletzungen oder Operationen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika, teilweise auch durch Operationen.

Osteoporose

OsteoporoseOsteoporose
Knochen ist ein lebendiges Gewebe, das einem ständigen Auf- und Abbau unterliegt. Dadurch kann sich der Knochen wechselnden Belastungen anpassen. Nach Abschluß des Wachstums nimmt die Gesamtmenge an Knochengewebe bis ca. zum 30. Lebensjahr zu, anschließend kommt es durch ein relatives Überwiegen des Knochenabbaus mit zunehmendem Alter zu einem langsamen Verlust an Knochenmassen und Knochenstabilität. Unter bestimmten Bedingungen (z.B. Wechseljahre, Alkoholmißbrauch, langdauernde Cortisontherapie) kann dieser Knochenabbau und die dadurch bedingte Minderung der Knochenfestigkeit ein Ausmaß erreichen, daß es bereits bei kleinen Belastungen des Knochens zu Knochenbrüchen kommt. Typisch sind dann z.B. Einbrüche von Wirbelkörpern, die zu einem "Kleiner-Werden" und Wirbelsäulenverformungen führen. Gehäuft treten auch Knochenbrüche des Hüftknochens (Schenkelhalsfraktur) und des Unterarmknochens (Speichenfraktur) auf.


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P

Panarteriitis nodosae

= Polyarteriitis nodosa, Periarteriitis nodosa. Die Panarteriitis nodosa führt zu einer Entzündung von Gefäßen (Vasculitis). Ursache dieser Entzündung ist offenbar eine fehlgesteuerte Abwehrreaktion des Körpers, weswegen man die Panarteriitis zu den sogenannten Autoimmunkrankheiten zählt. Die Gefäßentzündungen können zu Hautveränderungen führen oder auch zu Funktionsstörungen innerer Organe. Diese können durchaus lebensbedrohlich sein (z.B. Nierenversagen, Herzmuskelentzündung). Man behandelt die Erkrankung mit Medikamenten, die die überschießende Abwehrreaktion des Körpers dämpfen (Cortison, falls dies alleine nicht reicht, gibt man zusätzlich Cyclophosphamid (Endoxan®)).

Parainfektiöse Arthritis

Gelenkentzündungen können manchmal Begleiterscheinungen anderer Infektionskrankheiten sein. So beobachtet man Gelenkentzündungen z.B. bei Röteln oder bei infektiöser Leberentzündung (Hepatitis). Diese Gelenkentzündungen verschwinden meist von alleine, wenn die zugrundeliegende Erkrankung ausheilt.

Parästhesie

= Mißempfindung der Nerven. Solche äußern sich an der Haut als Kribbeln, Taubheit, Gefühl "eingeschlafener" Hände oder Füße, "Pelzigkeit" der Haut. Parästhesien sind ein Hinweis auf Nervenschäden.

Periarthropathie

= Erkrankung der ein Gelenk umgebenden Gewebe. Die häufigste Form einer Periarthropathie ist die des Schultergelenkes, die sogenannte Periarthropathia humeroscapularis. Dabei kommt es zu schmerzhaften Reizungen, der am Schultergelenk ansetzenden Sehnen, teilweise mit Verkalkungen und Einschränkungen der Gelenkbeweglichkeit. Die Behandlung von Periarthropathien umfaßt Krankengymnastik, physikalische Therapie (Wärme, Kälte, Ultraschall), Schmerzbehandlung und manchmal auch Operationen.

Phenylbutazon

Phenylbutazon (Handelsname z.B. Butazolidin®) ist ein stark wirksames entzündungs- und schmerzhemmendes Medikament. Wegen gehäufter Nebenwirkungen darf Phenylbutazon nur kurzfristig eingesetzt werden.

Piroxicam

Piroxicam ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum langer Wirkdauer (Handelsname z.B. Brexidol®, Felden®). Nichtsteroidale Antirheumatika sind entzündungs- und schmerzstillende Medikamente, die kein Cortison enthalten. Sie wirken symptomatisch, das heißt, sie verhindern keine rheumatischen Entzündungen. Bei chronischen Gelenkentzündungen kombiniert man diese Behandlung deshalb häufig mit sogenannten Basistherapeutika, die die rheumatische Entzündung bereits im Entstehen verhindern sollen. Ein Nachteil der NSAR ist, daß sie die Magenschleimhaut angreifen und zu Magengeschwüren führen können. Deshalb kombiniert man sie manchmal direkt mit Medikamenten, die vor Magengeschwüren schützen sollen (sogenannter "Magenschutz").

Plasmozytom

= Plasmazell-Tumor. Plasmazellen sind Zellen des Blutes, die bestimmte Eiweiße (Antikörper) ins Blut abgeben. Beim Plasmozytom kommt es zu einer ungebremsten Vermehrung einer Plasmazelle im Knochenmark. Diese in zunehmender Überzahl im Knochenmark vertretenen Plasmazellen hindern andere blutbildende Knochenmarkszellen im Wachstum, sodaß es zu Störungen der Blutbildung kommt. Eine weitere Folge ist eine Auflösung von Knochengewebe, die zu vermehrten Knochenbrüchen und Schmerzen führen kann. Ein Plasmazytom ist nicht heilbar in dem Sinne, daß man es völlig beseitigen kann, man kann das Wachstum der Plasmazellen aber durch regelmäßige Gabe von Medikamenten deutlich bremsen.

Podagra

PodagraPodagra
Als Podagra bezeichnet man die schmerzhafte Schwellung einer Großzehe (Großzehengrundgelenk) bei der Gicht.

Polyarthritis

PolyarthritisPolyarthritis
Arthritis heißt Gelenkentzündung. Polyarthritis ist die Entzündung vieler Gelenke. Bei einer Arthritis ist in erster Linie nicht der das Gelenk bildende Knochen und Knorpel, sondern die das Gelenk umhüllende Gelenkhaut entzündet. Die entzündete Gelenkhaut kann aber Knorpel und Knochen angreifen und zu einer Zerstörung der Gelenkoberfläche und des Knochens führen. Die Folge ist eine zunehmende Bewegungseinschränkung und Zerstörung des Gelenkes.

Polyarthrose

Arthrose heißt Gelenkverschleiß. Als Polyarthrose bezeichnet man den Verschleiß mehrerer Gelenke.

Polymyalgia rheumatica

Die Polymyalgia rheumatika ist eine Gefäßentzündung (Vasculitis), die typischerweise mit Schmerzen im Bereich von Oberarmen und Oberschenkeln, allgemeinem Krankheitsgefühl und trauriger Verstimmung (Depression) einhergeht. Unter Umständen kommt es bei dieser Erkrankung auch zu den Symptomen einer "Arteriitis temporalis" mit Entzündung der Schläfenarterien (Symptom: Kopfschmerzen) der Augenarterie (Gefahr der Erblindung!). Die Erkrankung spricht in der Regel prompt und eindrucksvoll auf eine Cortisonbehandlung an. Nach 2-3 Jahren Behandlung kommt es meist zur Ausheilung.

Polymyositis

Es handelt sich um eine Autoimmunkrankheit, die zu einer schmerzhaften Entzündung von Muskeln führt. Häufig kommt es begleitend auch zu einer Hautentzündung mi Schwellungen und Verfärbungen der Haut (z.B. im Bereich der Augenlider. Man spricht dann von einer Dermatomyositis. Da eine Polymyositis oder Dermatomyositis Frühzeichen einer bösartigen Tumorerkrankung sein können, sollte bei dieser Diagnose immer auch nach versteckten Tumoren gesucht werden. Dadurch hat man die Chance, diese in einem Stadium zu finden, in denen sie z.B. durch eine Operation heilbar sind.

Polyneuropathie

Nervenschädigung, die nicht einen einzelnen, sondern zahlreiche Nerven betrifft. Ursachen können unter anderem Gifte (z.B. Alkohol), Medikamente, Infektionen oder eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)sein. Häufig Zeichen einer Polyneuropathie sind Mißempfindungen der Nerven (Parästhesien), die als Kribbeln, Taubheit oder "Pelzigkeit" der Haut beschrieben werden. Es kann aber auch zu richtigen Gefühlstörungen, Nervenschmerzen oder Lähmungen kommen.

Postinfektiöse Arthritise

Manche Krankheitserreger, vor allem bestimmte Bakterien, können offensichtlich zu einer Fehlreaktion der körpereigenen Abwehr führen, die zu einer Gelenkentzündung (Arthritis) führt, ohne daß diese Krankheitserreger im Gelenk selber vorhanden sein müssen. Nach erfolgreicher Behandlung der bakteriellen Infektion mit Antibiotika verschwinden viele postinfektiöse Arthritiden. Es kann aber auch vorkommen, daß sich die Arthritis verselbständigt und chronisch wird.

Prednison

Prednison ist ein häufig eingesetztes Cortisonpräparat (Handelsname z.B Decortin®)

Proxen®

Proxen® ist ein nichtsteroidales Antirheumatikum (Wirkstoff Naproxen). Nichtsteroidale Antirheumatika sind entzündungs- und schmerzstillende Medikamente, die kein Cortison enthalten. Sie wirken symptomatisch, das heißt, sie verhindern keine rheumatischen Entzündungen. Bei chronischen Gelenkentzündungen kombiniert man diese Behandlung deshalb häufig mit sogenannten Basistherapeutika, die die rheumatische Entzündung bereits im Entstehen verhindern sollen. Ein Nachteil der NSAR ist, daß sie die Magenschleimhaut angreifen und zu Magengeschwüren führen können. Deshalb kombiniert man sie manchmal direkt mit Medikamenten, die vor Magengeschwüren schützen sollen (sogenannter "Magenschutz").

Pseudoradikuläres Syndrom

Wenn bei Wirbelsäulen-Beschwerden eine Nervenwurzel eingeklemmt wird, dann kommt es in dem von dieser Nervenwurzel versorgten Hautbereich zu Schmerzen. Diese nennt man radikuläre Schmerzen. Pseudoradikuläre Schmerzen sind solche, die den Charakter radikulärer Schmerzen haben, ohne daß wirklich eine Nerveneinklemmung vorliegt. Diese äußern sich z.B. häufig als Schmerzen im Kreuzbereich mit Ausstrahlung in die Oberschenkel.

Psychopharmaka

= die Psyche beeinflußende Medikamente. Sie finden üblicherweise als Beruhigungsmittel, Medikamente gegen Depressionen oder psychische Erkrankungen Anwendung. Man setzt solche Medikamente manchmal aber auch zur Schmerztherapie ein, weil sie z.T. auch eine günstige Wirkung auf die Schmerzwahrnehmung haben.


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Q

Quensyl

Quensyl (Wirkstoff Hydroxy-Chloroquin) ist eigentlich ein Medikament zur Behandlung der Malaria. Aufgrund einer entzündungshemmenden Wirkung verwendet man es aber auch als sogenanntes Basistherapeutikum zur Behandlung entzündlich rheumatischer Erkrankungen. Basistherapeutika werden in der Behandlung entzündlich rheumatischer Gelenkerkrankungen wie der chronischen Polyarthritis eingesetzt, um den Entzündungsprozeß in den betroffenen Gelenken zurückzudrängen. Nur so kann man nämlich vermeiden, daß die Gelenkentzündung zu einer raschen Gelenkzerstörung mit all ihren unangehmen Folgen (Gelenkdeformierung, Störung der Gelenkbeweglichkeit) führt. Basistherapeutika unterscheiden sich darin von den üblichen zur Schmerztherapie eingesetzten Antirheumatika, die nur gegen die Symptome der Entzündung (Schwellung, Schmerz) wirksam sind. Der Wirkungseintritt von Basistherapeutika erfolgt meist erst nach Wochen bis Monaten kontinuierlicher Behandlung. Die Wahl der Basistherapeutika erfolgt durch den behandelnden Arzt unter Berücksichtung der Diagnose, der Schwere der Erkrankung und möglicher Nebenwirkungen. Typische Nebenwirkungen von Basistherapeutika sind Blutbildveränderungen, Störungen der Nieren- und Leberfunktion. Zur frühzeitigen Erkennung solcher Nebenwirkungen sind deshalb unter einer Basistherapie bestimmte regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (meist Blutuntersuchungen) erforderlich. Da es unter der Behandlung mit Resochin ®selten auch zu Veränderungen (Kristallablagerungen) an den Augen kommen kann, sollte auch eine halbjährliche augenärztliche Kontrolluntersuchung erfolgen. Eine Basistherapie ist eine Langzeit-Therapie, die manchmal lebenslang erfolgen muß.


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R

Radikuläres Syndrom

Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule und Bandscheibenvorfälle können zur Einklemmung der Nervenwurzeln führen, welche das Rückenmark durch Öffnungen im Wirbelknochen verlassen. Den Nervenwurzeln sind bestimmte Bereiche der Haut zugeordnet (sogenannte Segmente), von denen Berührungs- und Schmerzempfinden über die Nervenwurzeln zum Gehirn geleitet werden. Bei Einklemmungen und Schädigungen der Nervenwurzeln kommt es in diesen zugehörigen Hautbereichen zum Auftreten von Schmerzen und Mißempfindungen, in fortgeschrittenen Fällen auch zu Muskellähmungen. Diese Beschwerden werden aufgrund ihrer gemeinsamen Ursache, der Einklemmung von Nervenwurzeln als radikulär (= von den Wurzeln herrührend) bezeichnet.

Radiosynoviorthese

Da bei einer Gelenkentzündung in erster Linie die Gelenkhaut und nicht der Knochen entzündet ist, kann man eine Gelenkentzündung auch dadurch lindern, daß man überschüssige und entzündete Gelenkhaut entfernt. Dies kann durch eine Operation erfolgen (sogenannte Synovektomie), durch Injektion von Chemikalien in das Gelenk (= Chemosynorviothese) oder durch Injektion radioaktiver Substanzen in das Gelenk (= Radiosynorviothese). Die bei der Radiosynorviothese in das Gelenk eingebrachten Substanzen senden radioaktive Strahlen aus. Diese führen zu einer teilweise Zerstörung der Gelenkhaut. Die Radioaktivität der eingebrachten Substanzen ist nur von begrenzter Dauer, man braucht also keine "Verstrahlung" zu fürchten.

Rantudil®

Rantudil® (Wirkstoff Acemethacin) ist ein sogenanntes nichtsteroidales Antirheumatikum. Dies sind entzündungs- und schmerzstillende Medikamente, die kein Cortison enthalten. Sie wirken symptomatisch, das heißt, sie verhindern keine rheumatischen Entzündungen. Bei chronischen Gelenkentzündungen kombiniert man diese Behandlung deshalb häufig mit sogenannten Basistherapeutika, die die rheumatische Entzündung bereits im Entstehen verhindern sollen. Ein Nachteil der NSAR ist, daß sie die Magenschleimhaut angreifen und zu Magengeschwüren führen können. Deshalb kombiniert man sie manchmal direkt mit Medikamenten, die vor Magengeschwüren schützen sollen (sogenannter "Magenschutz").

Raynaud-Phänomen

= Raynaud-Syndrom. Hierbei kommt es anfallsartig zu Verkrampfungen (Spasmen) im Bereich kleiner Schlagadern der Finger oder Zehen, die häufig durch Kälte ausgelöst werden. Man erkennt dies daran, daß die betroffenen Finger zunächst blau werden, anschließend leichenblaß, wie abgestorben und schließlich gerötet sind. Der Anfall dauert wenige Minuten bis maximal 1 Stunde. Das Raynaud-Phänomen kann ohne erkennbare Ursache als ein zwar unangenehmes aber harmloses Phänomen auftreten, es kann aber auch hinweisend sein auf zahlreiche andere Erkrankungen, unter anderem auch entzündlich-rheumatischer Natur. In ausgeprägten Fällen versucht man, dem Raynaud-Syndrom durch Gabe durchblutungsfördernder Medikamente zu begegnen.

Reaktive Arthritis

Gelenkentzündung im Anschluß an eine (meist bakterielle) Infektion an anderer Stelle des Körpers (z.B. Harnröhre) und nicht durch den Erreger selbst verursacht, sondern durch die (gesteigerte oder fehlgeleitete) Abwehrreaktion des Patienten auf den zum Zeitpunkt der r.A. meist schon abgeklungenen Infekt. Als isolierte, manchmal nur einmalige Arthritis eines Gelenkes stellt die r.A. die Minimalform der Spondylarthritiden dar. Das früher häufige rheumatische Fieber nach einer Streptokokken-Angina (Scharlach) ist eine Sonderform der r.A und heute aufgrund der besseren hygienischen Verhältnisse und konsequenten Therapie von Infektionen durch Antibiotika in Deutschland praktisch nicht mehr von Bedeutung.

Reiter-Syndrom

Das Reiter-Syndrom ist eine Sonderform der reaktiven Arthritis. Ursache ist oft eine Infektion der Harnorgane durch Bakterien (z.B. Chlamydien oder Mykoplasmen), manchmal auch eine bakterielle Infektion des Darmes (z.B. Shigellen). Dabei kommt es als Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems zu einer fehlgeleiteten entzündlichen Reaktion an Gelenken (z.B. Kniegelenk) und typischerweise auch zu Entzündungen an den Augen (z.B. Bindehautentzündung). Im typischen Fall findet sich dann die "Reiter-Trias" mit Harnröhren-Entzündung, Bindehautentzündung und Gelenkentzündung (Urethritis, Konjunktivitis, Arthritis). Man behandelt dieseErkrankung mit Antibiotika. In manchen Fällen kommt es dennoch zu einer Verselbständigung der Gelenkentzündung, die dann chronisch wird.

Remicade®

(Infliximab): Remicade® ist ein sogenannter TNF-Alpha-Blocker. TNF-Alpha ("Tumor-Nekrose-Faktor") ist ein Stoff, der im Körper von verschiedenen an Entzündungen beteiligten Zellen abgegeben wird und eine wichtige Rolle für das Auftreten entzündlicher Gewebsveränderungen hat. Die Wirkung von TNF-Alpha wird durch Stoffe wie Remicade® blockiert und dadurch können rheumatische Entzündungen gehemmt werden. Remicade® wird gentechnologisch hergestellt und ist deshalb zur Zeit noch ein sehr teures Medikament. Man empfiehlt deshalb die Anwendung vorwiegend nur bei solchen Patienten, bei denen andere entzündungshemmende Behandlungen (Basistherapeutika) nicht ausreichend angesprochen haben. Da das Medikament nicht nur auf rheumatische Entzündungen hemmend wirkt, sondern auch auf andere Funktionen des Immunsystems, kann es die Abwehr von Infektionen beeinträchtigen und solche begünstigen. Man kann ebenso bisher nicht mit letzter Sicherheit ausschliessen, dass das Medikament die Fähigkeit des Körpers zur Abwehr bösartiger Zellen einschränkt und damit die Entwicklung bösartiger Erkrankungen fördert. Auch aus diesem Grunde beschränkt man die Anwendung auf solche Patienten, die auf eine andere Therapie nicht ausreichend ansprachen. Remicade® wird in Form von Infusionen gegeben, die bei chronischer Polyarthritis meist in 8-wöchigem Abstand erfolgen. Meist erfolgt zusätzlich eine Behandlung mit Methotrexat.

Resochin®

Resochin® (Wirkstoff Chloroquin) ist eigentlich ein Medikament zur Behandlung der Malaria. Aufgrund einer entzündungshemmenden Wirkung verwendet man es aber auch als sogenanntes Basistherapeutikum zur Behandlung entzündlich rheumatischer Erkrankungen. Basistherapeutika werden in der Behandlung entzündlich rheumatischer Gelenkerkrankungen wie der chronischen Polyarthritis eingesetzt, um den Entzündungsprozeß in den betroffenen Gelenken zurückzudrängen. Nur so kann man nämlich vermeiden, daß die Gelenkentzündung zu einer raschen Gelenkzerstörung mit all ihren unangehmen Folgen (Gelenkdeformierung, Störung der Gelenkbeweglichkeit) führt. Basistherapeutika unterscheiden sich darin von den üblichen zur Schmerztherapie eingesetzten Antirheumatika, die nur gegen die Symptome der Entzündung (Schwellung, Schmerz) wirksam sind. Der Wirkungseintritt von Basistherapeutika erfolgt meist erst nach Wochen bis Monaten kontinuierlicher Behandlung. Die Wahl der Basistherapeutika erfolgt durch den behandelnden Arzt unter Berücksichtung der Diagnose, der Schwere der Erkrankung und möglicher Nebenwirkungen. Typische Nebenwirkungen von Basistherapeutika sind Blutbildveränderungen, Störungen der Nieren- und Leberfunktion. Zur frühzeitigen Erkennung solcher Nebenwirkungen sind deshalb unter einer Basistherapie bestimmte regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (meist Blutuntersuchungen) erforderlich. Da es unter der Behandlung mit Resochin ®selten auch zu Veränderungen (Kristallablagerungen) an den Augen kommen kann, sollte auch eine halbjährliche augenärztliche Kontrolluntersuchung erfolgen. Eine Basistherapie ist eine Langzeit-Therapie, die manchmal lebenslang erfolgen muß.

Rheuma

[das; grch.], veraltet auch "Rheumatismus"; oft auch unkritisch benutzter Begriff für vielfältige, schmerzhafte Symptome und Erkrankungen der Muskeln, Sehnen, Gelenke und serösen Häute. Daß durch R. auch Blut und innere Organe betroffen sein können, ist erst in den letzten Jahrzehnten erkannt worden. Die verschiedenen Krankheitsbilder werden besser als rheumatische Erkrankungen zusammengefasst und können eingeteilt werden in 1. verschleißbedingte, "degenerative" ( Arthrose, Spondylarthrose), 2. entzündlich-rheumatische Erkrankungen (s.u.) und 3. weichteil-rheumatische Erkrankungen oder besser Syndrome (z.B. der Sehnen, Sehnenscheiden und gelenknahen Weichteilgewebe). Davon abzugrenzen sind rheumatische Syndrome und Beschwerden bei sonstigen, nicht rheumatischen Erkrankungen wie z.B. die Gicht. Die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind gekennzeichnet durch eine Störung des Immunsystems, welches zu Entzündungen und Zerstörungen von Gelenken aber auch von inneren Organen, bestimmter Blutbestandteile oder der Haut führen kann. Als mögliche Ursache werden je nach Krankheitsbild unterschiedliche angeborene "Immunstörungen" oder Veränderungen des Immunsystems durch äußere Einflußfaktoren wie auch Infektionserkrankungen verantwortlich gemacht. Wichtigste Beispiele sind die chronische Polyarthritis, Spondylarthropathien, Kollagenosen und Vaskulitiden.

Rheumafaktor

Der Rheumafaktor ist ein im Blut vorhandener Faktor (Antikörper), der bei einigen Formen der chronischen Polyarthritis nachgewiesen werden kann. Er ist aber nicht beweisend für diese Erkrankung. Vielmehr kann er z.T. auch bei Gesunden nachgewiesen werden. Andererseits schließt das Fehlen dieses Faktors einen chronischen Gelenkrheumatismus nicht aus. Somit dient der Nachweis der Rheumafaktors neben den Beschwerden des Patienten, der körperlichen Untersuchung durch den Arzt und Röntgenuntersuchungen nur als ein Baustein zur Diagnose einer chronischen Polyarthritis.

Rheumaliga

Deutsche Rheumaliga e.V. (DRhL), Deutschlands größte, bundesweit und in Landesverbänden organisierte Patientenselbsthilfeorganisation für Rheumapatienten mit Sitz in Bonn.

Rheumatisches Fieber

Nach eitrigen Mandelentzündungen (Tonsillitis) hat man früher, als noch nicht die Möglichkeit einer Behandlung mit Penicillin bestand, häufiger ein bis drei Wochen nach der Erkrankung ausgeprägte wandernde Gelenkentzündungen beobachtet. Diese Erkrankung nannte man Rheumatisches Fieber. Gefährlich waren dabei weniger die Gelenkentzündungen, die meist nach einiger Zeit verschwanden, sondern die Tatsache, daß es auch zu Entzündungen am Herzen und den Herzklappen kam, die zu Herzklappenfehlern führen konnten. Heutzutage ist das Rheumatische Fieber bei uns eine Rarität.

Rheumatoide Arthritis

= chronische Polyarthritis. Als Polyarthritis bezeichnet man eine Erkrankung, die mit Entzündungen zahlreicher Gelenke einhergeht. Für die rheumatoide Arthritis speziell ist dabei typisch, daß diese Gelenkentzündungen symmetrisch auftreten und Fingergelenke betreffen. Außerdem weist man bei der Erkrankung häufig im Blut den sogenannten Rheumafaktor nach. Es gibt aber auch Fälle, in denen kein Rheumafaktor nachweisbar ist. Man spricht dann auch von einer sogenannten "seronegativen" Polyarthritis im Gegensatz zur Rheumafaktor-positiven "seropositiven" Polyarthritis.

Rhizarthrose

= Arthrose ("Gelenkverschleiß") des Daumengrundgelenkes.


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S

Sakroileitis

Der Beckenknochen setzt sich aus mehreren Teilen zusammen, nämlich dem Kreuzbein (Os sacrum), den Darmbeinen (= Os ileum), den Sitzbeinen (= Os ischiadicum) und dem Schambein (Os pubis). Zwischen dem Kreuzbein und den beiden Darmbeinen (Beckenschaufeln) besteht eine Gelenkfuge, das sogenannte Kreuz-Darmbeingelenk oder Sakroiliacalgelenk. Hier kann es ähnlich wie bei anderen Gelenken auch, zu einer Entzündung kommen. Diese äußert sich typischerweise in tiefsitzenden Kreuzschmerzen, von denen man während der frühen Morgenstunden erwacht. Die Diagnose einer Sakroileitis bedarf einer genauen körperlichen Untersuchung durch den Arzt und wird durch Röntgenuntersuchungen weiter gesichert. Eine mit einer Sakroileitis häufig einhergehende entzündliche Gelenkerkrankung ist der Morbus Bechterew.

Sarkoidose

= Boeck Erkrankung (sprich "Buck"). Bei dieser Erkrankung kommt es aus ungeklärter Ursache zu einer Entzündung des Lungengewebes. Diese läßt sich zunächst meist nur im Röntgenbild der Lunge feststellen, kann dann aber zu einer zunehmenden Vernarbung (Lungenfibrose) der Lunge und damit zu einer Störung der Atmung (Luftnot) führen. In diesen Fällen ist eine Behandlung mit Cortison unumgänglich. Eine besondere Form der Sarkoidose, die häufiger bei jüngeren Frauen beobachtet wird, ist das sogenannte Löfgren-Syndrom. Dabei kommt es akut zu einer Schwellung von Lymphknoten im Brustkorb (dies sieht man nur im Röntgenbild), zur Entzündung von Gelenken sowie zum Auftreten schmerzhafter bläulich-livider Knoten (= Erythema nodosum) typischerweise an den Streckseiten der Unterschenkel. Die Erkrankung heilt glücklicherweise in vielen Fällen von alleine aus, ohne daß es zu einer Übergang in die Boeck-Erkrankung der Lunge kommt.

Schwanenhalsdeformität

SchwanenhalsdeformitätSchwanenhalsdeformität
Bei Entzündungen der Fingergelenke kommt es zu Verformungen der Finger, wie sie bei einem Gesunden nicht möglich wären. Die Schwanenhalsdeformität ist eine solche, bei chronischer Polyarthritis in fortgeschrittenen Stadium häufiger beobachtete Deformität der Finger.

Sharp-Syndrom

Lupus erythematodes, Sklerodermie, Polymyositis und Dermatomyositis sind Erkrankungen, die man wegen ihrer gemeinsamen Eigenschaft, zu Entzündungen im Bindegewebe zu führen, als Kollagenosen bezeichnet. Diesen Erkrankungen ist auch gemeinsam, daß sie Folge fehlgesteuerter Abwehrreaktionen des Körpers gegen körpereigene Gewebe sind (sogenannte Autoimmunkrankheiten). Während sich die genannten Erkrankungen in ihren Krankheitserscheinungen z.T. deutlich unterscheiden, findet man bei der Mischkollagenose ein Mischbild mit charakteristischen Krankheitserscheinungen und Laborbefunden von Lupus erythematodes, Sklerodermie, Dermatomyositis und chronischer Polyarthritis. Typisch ist dabei auch der Nachweis eines bestimmten Antikörpers im Blut, des sogenannten U-RNP-Antikörper.

Sicca-Syndrom

Als Sicca-Syndrom bezeichnet man ein Krankheitsbild, das durch eine gestörte Funktion verschiedener Drüsen (Tränendrüsen, Speicheldrüsen) gekennzeichnet ist. Dabei kommt es zu einer verminderten Tränenbildung ("dry eye") mit der Folge von Hornhautschäden und einer Entzündung der Bindehaut sowie zu einer verminderten Speichelbildung ("dry mouth) mit Mundtrockenheit. Ein Sicca-Syndrom kann als isolierte Erkrankung auftreten, aber auch Begleiterscheinung der chronischen Polyarthritis oder anderer entzündlich-rheumatischer Erkrankungen sein. Man kann die Beschwerden durch Verwendung "künstlicher Tränen" und von "künstlichem Speichel" lindern.

Sjögren-Syndrom

Das Sjögren-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es durch eine aus ungeklärten Gründen fehlgesteuerte Abwehrreaktion des Körpers zu entzündlichen Veränderungen an verschiedenen Körperdrüsen kommt, insbesondere den Tränendrüsen und Speicheldrüsen. Es deckt sich in seinem Beschwerdebild weitgehend mit dem Sicca-Syndrom. Wie dieses kann es als isolierte Erkrankung oder als Begleiterscheinung anderer entzündlich rheumatischer Krankheiten auftreten.

Sklerodermie

Patientin mit SklerodermiePatientin mit Sklerodermie
Die Sklerodermie ist eine Autoimmunerkrankung aus der Gruppe der Kollagenosen. Aus ungeklärter Ursache kommt es dabei durch eine fehlgesteuerte Abwehrreaktion des Körpers zu entzündlichen Veränderungen im Bindegewebe. Typisch ist dabei, daß die Erkrankung zunächst, vor allem im Bereich der Finger, zu einer entzündlichen Schwellung der Haut führt, die anschließend derb und verhärtet wird. Es gibt eine lokalisierte Form der Sklerodermie, bei der solche Veränderungen im Bereich der Haut (Hände, Arme, Gesicht) einerseits auftreten kann (nicht muß!), es andererseits aber auch zu Störungen der Beweglichkeit der Speiseröhre mit Schluckstörungen und Sodbrennen kommen kann. Die sogenannte systemische Form der Sklerodermie (= progressive systemische Sklerose) betrifft auch andere Organe wie das Herz oder die Nieren, an der sie zu Funktionsstörungen führen kann.

Spondylarthropathien/Spondylarthritiden

die; grch.], Gruppe der entzündlich rheumatischen Erkankungen mit Beteiligung der Wirbelsäule und manchmal weniger, großer peripherer Gelenke (im Gegensatz zur chronischen Polyarthritis, die viele, kleine Gelenke betrifft). Hauptsymptom sind charakteristische Rückenbeschwerden ("entzündliche Dorsalgie"), die sich von denen bei degenerativen Wirbelsäulenerkrankungen (Spondylarthrosen) meist gut unterscheiden. Schwerste Form der S. ist der Morbus Bechterew. Typisch sind charakteristische Begleitsymptome mit Augenentzündungen (Iritis, Iridocyclitis), Entzündungen der Sehnenansätze ("Enthesiopathie"), insbes. der Achillessehne sowie Begleiterkrankungen wie die Psoriasis, Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. Wie beim Morbus Bechterew findet sich in ca. 90% der Fälle ein bestimmter Erbfaktor (HLA-B27), was auch die familiäre Häufung der S. erklärt. Entzündliche Schübe mit peripherer Gelenkentzündung, welche häufig im Anschluß an eine Infektion der Harn- und Geschlechtsorgane oder des Magen-Darm-Traktes auftreten werden als reaktive Arthritis bezeichnet.

Spondylarthrose

[die; grch.], häufige, verschleißbedingte ("degenerative") Wirbelsäulenerkrankung, die mit Veränderungen der Wirbelgelenke, Deformierung der Wirbelkörper und oft auch mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Verkrümmung ("Skoliose") einzelner Wirbelsäulenabschnitte einhergeht, im Gegensatz zu den entzündlichen Spondylarthropathien. Die Abgrenzung zu normalen ("physiologischen") Alterungsprozessen ist schwierig, oft ist die S. auch Folge oder Symptom der Osteoporose.

Synovialitis

= Gelenkhautentzündung. Eigentlich beginnt jede Arthritis mit einer Synovitis. Die Entzündung der Gelenkhaut kann aber auf den Knochen übergreifen und diesen zerstören.

Szintigrafie

SzintigrafieSzintigrafie
SzintigrafieSzintigrafie
Bei der Szintigrafie verwendet man radioaktive Substanzen, die in den Blutkreislauf gespritzt werden und sich dann in bestimmten Organen vorübergehend ansammeln. Mittels spezieller Aufnahmegeräte können die von diesen "Radionukliden" ausgesandten Strahlen nachgewiesen werden und die Verteilung der Radionuklide im Körper dargestellt werden. Man gewinnt dadurch Rückschlüsse auf die Form und Funktion der untersuchten Organe. Je nach Art des verwendeten "Radionuklid" können verschiedene Organe dargestellt werden, z.B. Schilddrüse oder Gelenke. Bei der Knochen- oder Gelenkszintigrafie wandern die Radionuklide bevorzugt dorthin, wo Gelenke entzündet sind. Man kann so nachweisen, ob Gelenke entzündet sind und wenn ja, welche. Die Radioaktivität der bei der Szintigrafie benutzten Radionuklide ist nur von kurzer Dauer. Deshalb unterscheidet sich die Untersuchung hinsichtlich der Gefährdung durch Strahlen nicht wesentlich von einer normalen Röntgenuntersuchung.


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T

Tauredon®

Tauredon® ist ein Goldpräparat. Goldsalze gehören zu den sogenannten Basistherapeutika. Basistherapeutika werden in der Behandlung entzündlich rheumatischer Gelenkerkrankungen wie der chronischen Polyarthritis eingesetzt, um den Entzündungsprozeß in den betroffenen Gelenken zurückzudrängen. Nur so kann man nämlich vermeiden, daß die Gelenkentzündung zu einer raschen Gelenkzerstörung mit all ihren unangehmen Folgen (Gelenkdeformierung, Störung der Gelenkbeweglichkeit) führt. Basistherapeutika unterscheiden sich darin von den üblichen zur Schmerztherapie eingesetzten Antirheumatika, die nur gegen die Symptome der Entzündung (Schwellung, Schmerz) wirksam sind. Der Wirkungseintritt von Basistherapeutika erfolgt meist erst nach Wochen bis Monaten kontinuierlicher Behandlung. Die Wahl der Basistherapeutika erfolgt durch den behandelnden Arzt unter Berücksichtung der Diagnose, der Schwere der Erkrankung und möglicher Nebenwirkungen. Typische Nebenwirkungen von Basistherapeutika sind Blutbildveränderungen, Störungen der Nieren- und Leberfunktion. Zur frühzeitigen Erkennung solcher Nebenwirkungen sind deshalb unter einer Basistherapie bestimmte regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (meist Blutuntersuchungen) erforderlich. Eine Basistherapie ist eine Langzeit-Therapie, die manchmal lebenslang erfolgen muß.

Tendopathie

= Erkrankung der Sehne. Meistens versteht man darunter eine Reizung von Sehnen, z.B. durch Überbelastung oder Entzündung. Typisch sind dabei ziehende Schmerzen im Verlauf der betroffenen Sehen.

Tendosynovialitis

TendosynovialitisTendosynovialitis
Sehnen sind in ihrem Verlauf häufig von einer Hülle umgeben, der Sehnenscheide. Dabei wird die Sehne ähnlich wie Gelenke von der Gelenkhaut von einer Sehnenhaut umgeben. Entzündungen dieser Sehnenhaut (Tendosynovialitis) können als Begleiterscheinung chronischer Gelenkentzündungen auftreten. Sie führen zu ziehenden Schmerzen im Verlauf der betroffenen Sehnen, manchmal auch zu einer Schwellung.

Tendovaginopathie

= Sehnenscheidenentzündung. Sehnenscheidenentzündungen treten meist durch eine Überbelastung auf (z.B. Schreibmaschinen-Schreiben). Sie führen zu Schmerzen im Verlauf der betroffenen Sehnen, insbesondere unter Belastung. Man behandelt diese Erkrankung dann durch Ruhigstellung der betroffenen Sehnen in einem Gips.

Thrombopenie

= Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten). Thrombozyten sind wichtig zur Blutstillung. Deshalb führt ihr Mangel zu einer verstärkten Blutungsneigung. Eine Thrombopenie kann zahlreiche Ursachen haben und muß ärztlicherseits abgeklärt werden.

Tietze-Syndrom

Als Tietze-Syndrom bezeichnet man eine isolierte Druckschmerzhaftigkeit der Ansätze der obersten Rippen am Brustbein. Wegen der Nachbarschaft zum Herzen können diese Brustschmerzen manchmal mit einem Herzinfarkt oder anderen Durchblutungsstörungen des Herzens (Angina pectoris) verwechselt werden. Das Tietze-Syndrom selber ist eine harmlose Störung.


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U

Ulnardeviation

UlnardeviationUlnardeviation
Bei einer Entzündung der Fingergrundgelenke kann es zu einem Abweichen der Finger vom Daumen weg kommen. Man nennt dies dann eine Ulnardeviation.


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V

Vasculitis

= Gefäßentzündung. Kann als eigenständige Erkrankung oder auch als Begleiterscheinung rheumatologischer Erkrankungen auftreten. Sie kann praktisch in jedem durchbluteten Organ (einschließlich der Haut) auftreten und dort über Störungen der Durchblutung zu unterschiedlichsten, z.T. auch ausgeprägten Funktionsstörungen führen. Eine Vasculitis muß häufig mit Cortison behandelt werden.

Vaskulitiden

Augenentzündung bei Morbus Wegener Augenentzündung bei Morbus Wegener
Durchblutungsstörungen der Zehen bei Panarteriitis nodosaDurchblutungsstörungen der Zehen bei Panarteriitis nodosa
[die; lt.], Gruppe von sog. Systemerkrankungen, die durch eine meist zunächst lokale, dann generaliserte Gefäßentzündung gekennzeichnet sind und verschiedene Organe in Mitleidenschaft ziehen können. Werden auch zu den Autoimmunerkrankungen und damit zu den entzündlichen rheumatischen Erkrankungen gerechnet. Wichtigste Beispiele sind der Morbus Wegener und die Panarteriitis nodosa.

Voltaren®

Voltaren® (Wirkstoff Diclofenac) ist ein sogenanntes nichtsteroidales Antirheumatikum. Dies sind entzündungs- und schmerzstillende Medikamente, die kein Cortison enthalten. Sie wirken symptomatisch, das heißt, sie verhindern keine rheumatischen Entzündungen. Bei chronischen Gelenkentzündungen kombiniert man diese Behandlung deshalb häufig mit sogenannten Basistherapeutika, die die rheumatische Entzündung bereits im Entstehen verhindern sollen. Ein Nachteil der NSAR ist, daß sie die Magenschleimhaut angreifen und zu Magengeschwüren führen können. Deshalb kombiniert man sie manchmal direkt mit Medikamenten, die vor Magengeschwüren schützen sollen (sogenannter "Magenschutz").


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W

Waaler-Rose-Test

= WRT. Der Waaler-Rose-Test ist ein spezieller Test zum Nachweis des Rheuma-Faktors im Blut.

Wegenersche Granulomatose

Die Wegener-Granulomatose ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es durch eine Fehlregulation der körpereigenen Abwehr aus ungeklärten Gründen zu einer entzündlichen Reaktion an Gefäßen (= Vasculitis) kommt. Typisch für die Wegener-Granulomatose ist dabei das Auftreten geschwüriger Entzündungen im Bereich von Hals, Nase, Ohren und Augen, Ausbildung entzündlicher Veränderungen in der Lunge sowie eine Entzündung der Nieren mit Störung der Nierenfunktion bis hin zum Nierenversagen. Unbehandelt kann die Erkrankung lebensbedrohend sein. Medikamente zur Behandlung einer Wegener-Granulomatose sind u.a. Cortison und Cyclophosphamid.

Weichteilrheumatismus

Weichteilrheumatismus ist ein Überbegriff für solche rheumatischen Schmerzsyndrome, die im Gegensatz zum Gelenkrheumatismus nicht die Gelenke selber betreffen, sondern die Weichteile, also Muskeln, Sehnen und Haut. Dabei kann es sich sowohl um Verschleißerscheinungen als auch um Entzündungen handeln.

Wobenzym®

Wobenzym® ist ein Enzympräparat, dem eine entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben wird. Es wird deshalb gelegentlich auch zur Behandlung der chronischen Polyarthritis eingesetzt.


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X

Xerophthalmie

= "trockenes Auge". Durch einen Mangel an Tränenflüssigkeit hervorgerufen, kommt es hier zu einem Fremdkörpergefühl im Auge, Schädigungen der Hornhaut und Bindehautentzündungen. Man kann diesen Beschwerden durch Gabe von Augentropfen ("künstliche Tränen") begegnen.

Xerostomie

= "trockener Mund". Mangel an Speichel führt hier zu einem Trockenheitsgefühl im Mund. Essen bleibt im Rachen stecken und man muß häufig nachspülen. Diese Beschwerden lassen sich durch spezielle Mundsprays lindern ("künstlicher Speichel").


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Y

Yersinia-Arthritis

Yersinien sind Bakterien, die typischerweise zu Entzündungen des Dünndarms führen. Eine solche Infektion kann dabei manchmal unbemerkt verlaufen. In seltenen Fällen kommt es im Gefolge einer solchen Erkrankung zu einer entzündlichen Reaktion der Gelenke. Diese heilt meist mit erfolgreicher Behandlung der Yersinieninfektion durch Antibiotika ab, kann sich selten aber auch verselbständigen und chronisch werden. Eine Yersinieninfektion kann durch direkten Nachweis der Erreger im Stuhl oder auch durch eine Blutuntersuchung nachgewiesen werden.


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Z

Zeckenbißarthritis

= Lyme-Arthritis. Dies ist eine durch Borrelien ausgelöste Gelenkentzündung. Borrelien sind Bakterien, die durch den Biß einer bestimmten Zeckenart übertragen werden und unter anderem noch Monate bis Jahre nach einem Zeckenbiß zu Gelenkentzündungen führen können. Die Borrelieninfektion kann auch zu Erkrankungen der Haut, des Herzens und des Nervensystems führen. Die Infektion durch Borrelien läßt sich im Blut durch Bestimmung von Antikörpern nachweisen. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika.

Zytostatika

Zytostatika sind Medikamente, die zur Behandlung von Tumoren eingesetzt werden. Sie unterscheiden sich untereinander sowohl in der Art der Wirkung als auch in möglichen Nebenwirkungen. Einige Zytostatika hemmen auch Abwehrreaktionen des Körpers. Diese Wirkung kann man auch zur Behandlung solcher Erkrankungen nutzen, bei denen eine fehlgeleitete Abwehrreaktion des Körpers unterdrückt werden soll. In seltenen Fällen, insbesondere wenn wichtige Organe bedroht sind (z.B. Nieren), behandelt man auch rheumatische Entzündungen mit Zytostatika. Dies gilt besonders für Kollagenosen und Vasculitiden.



Datum: 14.06.2004 09:56:00


 
 
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