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Rheumacheck


Validierung eines Screening-Instruments zur Früherkennung von entzündlich-rheumatischen Systemerkrankungen („Rheuma-Check“) auf der Basis eines FDA-anerkannten Fragebogens (CSQ).

Die Auswertung der bundesweit vom Deutschen Rheumaforschungszentrum erhobenen Dokumentationsdaten der sogenannten „Kerndokumentation“ rheumakranker Patienten ergab, daß der Abstand zwischen dem Auftreten von Symptomen und der ersten Vorstellung beim Rheumatologen in der Regel 2-3 Jahre beträgt. Damit ist die erste Interventionsphase der Erkrankung, die für den weiteren Verlauf entscheidend ist, verpasst. Die großen epidemiologischen Studien aus den USA und aus den südamerikanischen Ländern haben die Effizienz der Patientenfragebögen (CSQ und CCQ) für die Früherkennung der entzündlich rheumatischen Erkrankungen bewiesen.

Ziel der Studie
Mit dem Rheuma-Check sollte ein interaktives Instrument der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden, welches auf kostensparende Weise die Früherkennung von entzündlich rheumatischen Erkrankungen durch den Patienten selbst erlaubt. Damit werden gleichzeitig eine Methode und ein Instrument geschaffen, von welchem auf Grund der amerikanischen Erfahrungen eine hohen Sensitivität zu erwarten ist. Da der Rheuma-Check allen Internet-Nutzern einfach und leicht zugänglich sein wird, hoffen wir, dass Betroffene schneller den Weg zum Rheumatologen finden. Anderseits erhalten die vielbeschäftigten Hausärzte eine praktikable und schnell zugängliche Entscheidungshilfe einen Patienten mit Verdacht auf eine entzündlich rheumatische Erkrankung an einen Rheumatologen zu überweisen.

Studienkollektiv und Methoden
Im Rahmen dieses Projektes soll auf der Basis des amerikanischen CSQ-Patientenbogens ein für den deutschen Sprachraum gültiger Fragebogen (Rheuma-Check) entwickelt werden, der einen ähnlich zuverlässigen Auswertungsalgorithmus zur Früherkennung von entzündlich-rheumatischen Krankheiten impliziert. In einem anderen Sprachraum evaluierte Auswertungsalgorithmen sind leider nicht 1:1 übertragbar. Dieser Bogen soll für den Patienten ein Rheuma-Wert ermitteln, der das Risiko eines Anfragenden widerspiegelt, an einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung zu leiden, und damit die Notwendigkeit zu weiterer Abklärung eingrenzt.
Nach Übersetzung und Rückübersetzung CSQ-Fragebogens vom Englischen ins Deutsche und umgekehrt soll die Evaluation des Fragebogens an 3 Patientengruppen erfolgen. Jeder an der Studie teilnehmende Patient muß dabei diesen Fragebogen ausfüllen. Die Patientengruppen setzen sich wie folgt zusammen:
1.500 Patienten mit gesicherten rheumatologischen Diagnosen 2.350 Kontrollpatienten mit allgemeinen internistischen Krankheitsbildern und degenerativen Gelenkerkrankungen 3.400 Patienten mit Erstzuweisung in eine rheumatologische Fachsprechstunde ohne rheumatologisch abgesicherte Diagnose. In dieser letzten Gruppe wird parallel eine rheumatologische Untersuchung erfolgen.

Infolge der Erkenntnisse dieser Evaluation wird der Auswertungsalgorithmus modifiziert. Nach erfolgreicher Entwicklung eines anwendungsfähigen Werkzeugs erfolgt die technische Umsetzung desselben als interaktives Frage-Antwort-System im Rahmen der existierenden Struktur des Forschungsverbundes „Kompetenznetz Rheuma“ am Kompetenzzentrum Düsseldorf.

Auswertungsmethoden
Die erhobenen patientenbezogenen Daten werden von uns anonym ausgewertet. Die statistische Methodik der Evaluation des Fragebogens besteht darin die Sensitivität und Spezifität der deutschen Version des CSQ-Fragebogens zu bestimmen.

Sobald Ergebnisse vorliegen werden sie hier veröffentlicht.

Literatur
1.Karlson EW, Sanchez-Guerrero J, Wroght EA A. Connective Tissue Disease Screening Questionnaire for Population Studies. Ann Epidemiol 1995; 5: 297-302
2.Bennett K, Cardiel MH, Ferraz MB et al. Community Screening for Rheumatic Disorder: Cross Cultural Adaptation and Screening Characteristics of the COPCORD Core Questionnaire in Brazil, Chile an Mexico. The Journal of Rheumatology 1997; 24: 160-8).
3.Liang MH, Meenan RF, Cathcart ES, Schur PH. A screening strategy for population studies in systemic lupus erythematosus. Arthritis and Rheumatism 1980; Vol.23, No.2: 153-7.
4.Jacobs JW, Oosterveld FG, Deuxbouts N et al. Opinions of patients with rheumatoid arthritis about their own functional capacity: How valid is it? Ann Rheum Dis 1992; 51: 765-8.
5.Brühlmann P, Stucki G, Michel BA. Evaluation of German Version of the Physical Dimensions of the Health Assessment Questionnaire in Patients with Rheumatoid Arthritis. The Journal of Rheumatology 1994; 21-7.
6.Ruof J, Sangha O, Stucki G Evalutation einer deutschen Version des Bath Anykylosis Spondylitis Functional Index (BASFI) und Douglas Functional Index (D-FI). Z Rheumatol 1999; 58: 218-225.



Datum: 01.04.2004 13:57:00
Team Rheumanet  



 
 
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