rheumahaussuchefaqDGRhchatemailenglish
Kompetenznetz Rheuma
Logo Kompetenznetz RheumaKompetenznetz Rheuma
KompetenznetzPatienten-InfoFach-InfoBibliothekTerminePresseKontakt
Kompetenznetz>Querschnittsprojekte>Kerndokumentation rheumakranker Kinder>Krankheitslast bei Kollagenosen  
Rheuma: lassen Sie sich untersuchen
Wir über uns  
Geschäftsstelle  
Kompentenzzentren  
Arbeitsbereiche  
Querschnittsprojekte  
EDV-Vernetzung  
Klinische Kohortenstudien  
Kerndokumentation (Info allgm.)  
Kerndokumentation Erwachsene  
Kerndokumentation rheumakranker Kinder  
Krankheitslast bei Kollagenosen  
Burden of illness by JCA and JSPA  
Behandlungsstrategien bei JCA  
Forschungsförderung  
Rheuma-Links  
Newsletter  


Bundesministerium für Bildung und Forschung


Praxis- und Klinikwegweiser
Praxis- & Klinikwegweiser
 
 
Querschnittsprojekt Kerndokumentation rheumakranker Kinder - Krankheitslast bei Kollagenosen


Ergebnisse der Kinder-Kerndokumentation aus dem Jahr 1999

Versorgungssituation und Krankheitslast von Kindern und Jugendlichen mit Kollagenosen

Zur Beschreibung der Versorgungssituation und Krankheitslast bei Patienten mit juvenilen Kollagenosen wurden Daten aus dem Jahr 1999 herangezogen. Nach den juvenilen idiopathischen Arthritiden bildeten die Kollagenosen mit insgesamt 169 dokumentierten Patienten die zweithäufigste Krankheitsgruppe. Bezug genommen wird auf Patienten mit den Diagnosen Systemischer Lupus Erythematodes (SLE), Dermatomyositis, Sklerodermie und Mixed Connective Tissue Disease (MCTD).


Beteiligte Einrichtungen und Patienten:
Von den 1999 insgesamt 2.890 an 25 Einrichtungen dokumentierten Patienten wiesen 169 eine Kollagenose auf. Hierzu gehörten 78 Patienten mit SLE, 35 mit Dermatomyositis, 19 mit lokalisierter oder systemischer Sklerodermie und 14 mit MCTD. Die Mehrzahl dieser Patienten wurde an Universitätskinderkliniken (60%) betreut, weitere 30% an kinderrheumatologischen Zentren.
Bei den folgenden Auswertungen wurden jene Patienten mit den genannten Diagnosen berücksichtigt, die zu Erkrankungsbeginn unter 16 Jahre und zur Dokumentation bis 18 Jahre alt waren (n=121).

  Fallzahl Weiblich (%) Alter in Jahren / Median (Range) Krankheitsdauerin Jahren / Median (Range)
SLE 60 90 15 (8,18) 3 (0,17)
Dermatomyositis 32 75 13 (5,16) 3 (1,11)
Sklerodermie 16 56 11 (4,18) 4 (0,13)
MCTD 13 77 12 (8,18) 4 (1,11)
Alle Diagnosen 121 78 13 (4,18) 4 (0,17)

Medikamentöse Therapie
Insgesamt hatten 74% der Kinder und Jugendlichen in den letzten 12 Monaten eine medikamentöse Therapie erhalten. 60% der Patienten waren mit Glukokortikoiden systemisch behandelt worden, am häufigsten in Form einer low dose-Therapie (2 mg/kg KG/Tag).

  Fallzahl NSAR (%) Systemische Glukokortikoide (%) Antimalaria-mittel (%) Immun-suppressiva (%)
Low dose High dose Pulstherapie
SLE 51 41 31 23 8 23 62
Dermatomyositis 14 36 29 0 0 13 60
Sklerodermie 29 7 38 41 10 0 40
MCTD 12 58 50 17 8 42 58
Alle Diagnosen 106 33 35 25 8 19 58

Darüber hinaus erhielten 2 von 3 Patienten Antimalariamittel bzw. Immunsuppressiva. Bei der immunsuppressiven Behandlung stand die Monotherapie mit Azathioprin (30%) bzw. Methotrexat (23%) im Vordergrund. Kombinationstherapien fanden insgesamt bei 14% der Patienten Anwendung, am häufigsten in Form einer Kombination von Antimalariamitteln mit Azathioprin (38%). Patienten mit SLE, Dermatomyositis und MCTD erhielten etwa gleich häufig Immunsuppressiva. Allerdings wurden bei den einzelnen Krankheitsbildern unterschiedliche Substanzen bevorzugt eingesetzt.
(klicken für Grafik)

Nicht-medikamentöse Therapie
Jedes 2. Kind hatte in den letzten 12 Monaten Krankengymnastik verordnet bekommen. Auffallend war die relativ häufige Teilnahme der SLE-Patienten an Schulungsprogrammen (10%).

  n Krankengymnastik (%) Physiotherapie (%) Ergotherapie (%) Schulungen (%)
SLE 44 30 2 0 10
Dermatomyositis 13 46 31 0 0
Sklerodermie 28 82 23 7 4
MCTD 12 58 23 17 0
Alle Diagnosen 97 50 15 4 5

Krankheitslast aus Eltern- bzw. Patientensicht Fast alle Eltern fühlten sich durch die Erkrankung ihres Kindes belastet. Dabei standen Sorgen bezüglich der medikamentösen Behandlung (65%) und des weiteren Krankheitsverlaufes (54%) im Vordergrund. Hinsichtlich der subjektiv empfundenen Krankheitslast zeigten sich keine wesentlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen Kollagenoseformen. 3 von 4 Kindern fühlten sich im Vergleich zu Gleichaltrigen im Alltag weniger belastbar. Trotz krankheitsbedingter Einschränkungen kam die Mehrzahl (60%) mit der Erkrankung gut zurecht, 22% hatten allerdings erhebliche Probleme bei der Krankheitsbewältigung. Psychotherapeutische Hilfe wurde nur von 3% der Patienten in Anspruch genommen.
(klicken für Grafik)

Die in der Kerndokumentation erfassten Fälle stellen einen tendenziell gut versorgten Kreis von Patienten dar. Krankheits- und therapiebedingt besteht bei Kindern und Jugendlichen mit Kollagenosen eine zum Teil erhebliche Krankheitslast. Bisher kaum in Anspruch genommene ergänzende ambulante Maßnahmen wie Patientenschulungen und Psychotherapie könnten hier einen günstigen Einfluss nehmen.

Wir möchten uns bei allen dokumentierenden Kinderrheumatologen und deren Mitarbeitern für die gute Zusammenarbeit bedanken.

M. Niewerth, K. Minden, J. Listing, A. Zink und die Pädiater der AG Kinder- und Jugendrheumatologie
DRFZ - Deutsches Rheuma-Forschungszentrum Berlin



Datum: 20.03.2003
Team Rheumanet  



 
 
  Redaktionssystem