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Das Ziel des Pilotprojektes Sozioökonomie ist die detaillierte und validierte Erhebung von Krankheitskosten im Verlauf der chronischen Polyarthritis (cP) aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive. Untersucht werden hierfür insgesamt 400 AOK - versicherte cP Patienten, die durch in Niedersachsen niedergelassene Rheumatologen fachrheumatologisch betreut werden. Drei Datenzugänge werden ausgewählt: Patientenfragebögen zu Krankheitskosten, Krankenversicherungsdaten (AOK-daten) und klinische Angaben. Die Kombination der subjektiven (Patientenfragebögen) und objektiven (AOK) Kostendaten ermöglicht die Entwicklung und Validierung eines patientengestützten Kostenerhebungsinstrumentariums, welches dann auch in den anderen RheumNet Projekten zum Einsatz kommt. Gleichzeitig lassen sich auf der Grundlage der Daten des Pilotkollektivs mit Hilfe der epidemiologischen Daten der Kerndokumentation bundesweite stratifizierte Krankheitskostenschätzungen für cP durchführen. Bei der Kostenerhebung werden direkte (d.h. Diagnose/Therapie) und indirekte (d.h. Produktionsausfall) Kosten gleichermaßen berücksichtigt. Die Auswertung erfolgt mit der Statistiksoftware SPSS. Der Untersuchung werden die Qualitätsrichtlinien für die Durchführung von sozioökonomischen Analysen zugrundegelegt.

Ziele, Methoden, Arbeitsprogramm und Zeitplan

Das Ziel des Projektes ist die detaillierte und validierte Erhebung von Krankheitskosten im Verlauf der chronischen Polyarthritis (cP) aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive. Weiterhin wird ein patientengestütztes Kostenerhebungsinstrumentarium entwickelt und validiert, welches dann den anderen Verbundsprojekten zur Kostenerhebung zur Verfügung gestellt wird.
Methodisches Vorgehen und Arbeitsablauf: In die Studie eingeschlossen werden insgesamt 400 AOK-versicherte Patienten, die im Bereich des Rheumazentrums Hannover fachrheumatologisch betreut werden. Der Datenzugang erfolgt einerseits patientengestützt, andererseits werden AOK - Abrechnungsdaten verwendet. Die Komplementarität der Datenquellen erlaubt die Untersuchung der Validität und Reliabilität der patientengestützten Kostenerhebung. Während des Projektzeitraumes wird die Veränderung der cP - induzierten Kosten im Krankeitsverlauf beobachtet. Die Patientenfragebögen beinhalten Angaben über ambulante (Medikamenten, Heil- und Hilfsmitteln, Arztkontakte etc.) und stationäre Aufwendungen (Art, Dauer und Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten), nicht erstattete Leistungen (z.B. Heilpraktiker) sowie Veränderungen im Berufsleben bzw. im sozialen Hintergrund (indirekte Kosten). Die patientengestütze Kostenerhebung erfolgt hierbei in Form von sog. physikalischen Einheiten, d.h. die Patienten werden nach Sachleistungen (z.B. Häufigkeit und Art der Arztkontakte oder Arbeitsunfähigkeitszeiten) und nicht nach monetären Einheiten befragt. Bzgl. der Abrechnungsdaten der AOK Niedersachsen wird ein anonymisierter jedoch patientenbezogener Transfer von ambulanten und stationären Abrechnungsdaten sowie Angaben zu indirekten Kosten (Arbeitsunfähigkeitszeiten, Berentungen, Einkommensstruktur bzw. deren Veränderung im Untersuchungszeitraum) erfolgen. Den Erfordernissen des Datenschutzes wird durch eine umfassende Patientenaufklärung Rechnung getragen. Zentrale klinische Daten der Patienten werden der Kerndokumentation sowie dem assoziertem Projekt des klinischen Qualitätsmanagements entnommen (Erhebungsinstrumente u.a. 'Disease Activity Score' DAS, 'Funktionsfragebogen Hannover 'FFbH', und 'Rheumatoid Arthritis Disease Activity Index' RADAI).
Die aus den verschiedenen Quellen erhaltenen Patientendaten werden durch den Vergleich mit zwei weiteren Patientenkollektiven näher untersucht. Hierfür wird einerseits eine randomisierte Stichprobe von AOK-Versicherten in Niedersachsen (Umfang ca. 4000 Patienten) und weiterhin eine Stichprobe von 200 nicht - fachrheumatologisch betreuten Patienten gezogen. Für diese Kollektive werden die Daten ebenfalls durch die AOK Niedersachsen und die KV Niedersachsen zur Verfügung gestellt.
Die Auswertung erfolgt mit der Statistiksoftware 'SPSS'. Der ökonomischen Analyse werden die Qualitätsrichtlinien für die urchführung sozioökonomischer Untersuchungen zugrunde gelegt. Als Grundlage für die Diskontierung wird die jährliche Inflationsrate herangezogen. Mit Hilfe einer Sensitivitätsanalyse wird die Robustheit des Ergebnisses bei Variation einzelner Kostenparameter überprüft. Eine Stratifizierung des Gesamtkollektivs in Patientengruppen mit hoher/niedriger Kosteninduktion ist vorgesehen. Die klinischen bzw. sozialmedizinischen Charakteristika dieser Untergruppen werden analysiert. Die Entwicklung des patientengestützten Kostenerhebungsinstrumentariums erfolgt mit Hilfe einer Faktorenanalyse. Die Studie erfolgt unter gesamtgesellschaftlicher Perspektive. Im Rahmen von Detailanalysen werden die Kosten außerdem aus Sicht sowohl der Patienten als auch derjenigen der Krankenkasse getrennt analysiert.

Dipl.-Ök. Thomas Mittendorf
Kooperation
  • Projekt "Klinisches Qualitätsmanagment"
  • Allgemeine Ortskrankenkasse
  • Landesregion Niedersachsen
  • Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen
  • Deutsches Rheumaforschungszentrum (DRFZ)
  • Veröffentlichungen

    Poster zu: Pilotprojekt Sozioökonomie: Krankheitskosten und deren Erhebung bei rheumatoider Arthritis (RA)

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