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Studienplanung

Die biometrische Betreuung einer Studie beginnt mit der Studienplanung, der Entscheidung über das geeignete Studiendesign, der Diskussion aussagefähiger Ergebnisparameter, der Wahl der Meßmethoden und -instrumente und der Fallzahlplanung. Sie beinhaltet die Unterstützung des Studienmonitorings und schließt die statistische Auswertung einer Studie ein.
Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeit innerhalb des Kompetenznetzes Rheuma lag darin, dafür Sorge zu tragen, dass die Ergebnisse der einzelnen Kohortenstudien untereinander sowie auch bezüglich internationaler Standards vergleichbar waren und dass alle wichtigen Fragestellungen berücksichtigt wurden, ohne die Fragebögen zu umfangreich und damit nicht handhabbar zu machen. Für die beiden Früh-Kohorten zur rheumatoiden Arthritis wurde es beispielsweise als wichtig erachtet, zusätzlich zu den Standardinstrumenten für klinische Studien bei rheumatoider Arthritis (Messung der Zahl geschwollener und schmerzhafter Gelenke, von Schmerz, Funktion, Entzündungsaktivität und röntgenologisch fassbarer Gelenkzerstörung) auch die Komorbidität mitzuerfassen. Als Teil der ärztlichen Dokumentation wurde ein Fragebogen zur Komorbidität bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen entwickelt. Dieser Fragebogen wird inzwischen auch in der Langzeitbeobachtung der Therapie mit TNF-alpha Inhibitoren sowie - in abgewandelter, patientengeeigneter Form - in der Kerndokumentation angewandt. Die Arbeitsgruppe wirkte mit im internationalen advisory board der Spondylarthropathie-Kohorte, in dem im Vorgriff auf internationale Vereinbarungen (coreset für SpA-Studien der ankylosing spondylitis outcome assessment group, ASAS) Festlegungen zu den in dieser Kohorte zu beobachtenden Zielgrößen getroffen wurden.

Studienmonitoring
Die Vollständigkeit und die Qualität der erhobenen Daten einer Studie sind entscheidend für die Interpretierbarkeit und Verallgemeinerbarkeit der Ergebnisse. Wir haben deshalb die Standard Operating Procedures (SOPs), die wir zur Erreichung einer guten epidemiologischen Praxis für die Erhebung der Daten der rheumatologischen Kerndokumentation seit 1993 entwickelt und eingesetzt haben, genutzt, um speziell auf klinische Prüfungen angepasste SOPs zu entwickeln. Die jetzt im Forschungsbereich Epidemiologie vorhandenen SOPs decken die verschiedenen Arbeitsschritte im Rahmen einer klinischen Prüfung ab und schaffen damit die Voraussetzung auch zulassungsrelevante klinische Prüfungen durchzuführen. Für die Kohortenstudien wurde mittels MS ACCESS eine Software zum Studienmonitoring entwickelt und den Studienleitern zur Verfügung gestellt. Mit diesem Terminverwaltungsprogramm ist es leicht möglich, den Rücklauf von Fragebögen oder Blutproben zu überprüfen, Serienbriefe für neu einzubestellende Patienten oder an Studienärzte zu erstellen oder im Falle von fehlenden Fragebögen Mahnbriefe zu generieren.
Studienauswertung

Eine randomisierte, kontrollierte Studie - die Prüfung der Wirksamkeit von Infliximab im Vergleich mit Placebo bei AS - konnte erfolgreich beendet werden. Eine zweite klinische Prüfung - Etanercept versus Placebo - wurde im Februar 2002 abgeschlossen. An beide Studien schlossen sich offene Nachbeobachtungsphasen an. Die Entwicklung neuer Efficacy-Kriterien bei AS wurden ebenfalls begleitet.
Zur Vorbereitung der statistischen Auswertung der Kohortenstudien wurde ein statistisches Testverfahren entwickelt, mit dessen Hilfe es mit vergleichsweise hoher Trennschärfe möglich ist zu entscheiden, ob durch die Abbrecher oder Dropouts einer Studie Verzerrungen in den Ergebnissen entstehen.

Veröffentlichungen

Poster zu: Aufbau, Pflege und Auswertung klinischer Kohortenstudien als Basis grunlagenwissenschaftlicher und klinischer Vorhaben
Poster zu: Biometrical and organizational support for clinical cohort studies
Listing J, Schlittgen R. A nonparametric test for random dropouts. Biometrical Journal 45, 2003, 113-127
Brandt J, Listing J, Sieper J, van der Heijde D, Braun J. Development of candidate improvement definitions for anti-TNF-α treatment in AS. ASAS working group Gent Oct 2002.

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