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Praxis- und Klinikwegweiser
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Behandlung mit Leflunomid

 

 

 

Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer Rheumazentren in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie

Behandlung mit Leflunomid

Eine Information für den behandelnden Arzt

Name:___________________________________

Geb.-Dat.:_______________________________

Indikation:

_________________________

Für diesen Patienten wird die Behandlung mit Leflunomid empfohlen.

Dosierung

1. – ____  Tag ____100mg/Tag

ab dem ____ Tag ___empfehlen wir bei Ihrer/m Patient/en eine tägliche Einnahme von: .......................

 

Die Einnahme ist jederzeit möglich, die Resorption von Leflunomid wird durch gleichzeitige Nahrungsaufnahme nicht beeinträchtigt.

Wirkungseintritt: Meistens nach 4 – 6 Wochen. Wenn nach 4 Monaten noch keine Wirkung eingetreten ist, sollte die Indikation zur weiteren Behandlung überprüft werden.

 

Überwachungsprogramm während der Therapie

In den ersten 6 Monaten im Abstand von 2 Wochen, danach alle 4 - 8 Wochen. Bei Grenzwerten sind engmaschigere Kontrollen erforderlich.

Befragung und
klinische Untersuchung
:

Blutdruck, Hautveränderungen, gastrointestinale Befunde, Gewichtsabnahme

Laborbestimmungen:

BB einschl. Diff.-BB und Plättchenzahl, GOT und GPT, AP, GGT, Kreatinin 

Die Überwachung einer immunmodulierenden Behandlung mit Leflunomid unterliegt nicht der Laborkostenpauschale, wenn in der Abrechnung zusätzlich die Ziffer 3499 angegeben ist.

 

Kontraindikationen: Schwangerschaft und Kinderwunsch!! (wirksame Kontrazeption erforderlich!); Stillzeit; Gesamtleukozytenzahl < 3500 bzw. Granulozyten < 2500 und Thrombozyten < 100000, falls nicht Folge der Systemerkrankung; schwere Infektionen; schwerer Immundefekt; ausgeprägter Leberschaden; schwere Niereninsuffizienz, schwere Hypoproteinämie, schwer einstellbarer Hypertonus.

 

Bei Absetzen der Medikation sollte unbedingt überlegt werden, ob eine schnelle Elimination gewünscht wird. Diese wird mittels eines der u.g. Eliminationsverfahren durchgeführt.


Indikation zur Unterbrechung einer Therapie mit Leflunomid
Tel.:

 

Hämatologie                            Leukozytopenie                   < 2500

                                              Granulozytopenie                < 1500 absolut

                                              Lymphozytopenie                < 800 und/oder

                                             Thrombozytopenie                < 80000 absolut bzw.

Abfall um mehr als 100000 vom Ausgangswert

Gastroenterologie                   Transaminasen (GOT/GPT) > Dreifache der Norm

 

Vor einer Operation ist eine Therapieunterbrechung nicht zwingend erforderlich, bitte nehmen Sie ggf. Kontakt mit dem behandelnden Rheumatologen auf.

 

Mögliche unerwünschte Wirkungen:
(Die Aufstellung enthält die wichtigsten Nebenwirkungen, kann aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.)


 

Häufig

Selten

Gastroenterologie

Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Mundulzera, erhöhte Leberparameter

 

 

 

 

Hämatologie

Leukozytopenie

Anämie; sehr selten Panzytopenie

 

 

 

Neurologie

Kopfschmerzen, Schwindel, Asthenie

 

 

 

 

Kardiologie

Hypertonie

 

 

 

 

Dermatologie

Ekzem, verstärkter Haarausfall

sehr selten Stevens-Johnson-Syndrom

 

 

 

Allergische Reaktionen

Hautausschlag, Juckreiz

Nesselsucht

 

 

 

Sonstiges

 

Gewichtsverlust

Mutagenität,

Teratogenität (beides im Tierversuch)

 

 

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten: Die gleichzeitige Gabe von Aktivkohle oder Colestyramin zu Leflunomid sollte (außer zur Elimination) vermieden werden, da dies zu einer Abnahme des Wirkspiegels von Leflunomid führt. Bei der Einnahme von Medikamenten, die ebenfalls wie Leflunomid über das Cytochrom P450 2C9 metabolisiert werden, wie z.B. Cimetidin, Rifampicin, kann eine Erhöhung des Wirkspiegels von Leflunomid auftreten.

Es sind keine klinisch relevanten Wechselwirkungen mit oralen Kontrazeptiva, NSAR und Glukokortikoiden bekannt. Bei kurz zurückliegender oder gleichzeitiger Gabe von Leflunomid und hepato-, bzw. hämatotoxischen Arzneimitteln sowie bei Einnahme solcher Arzneimittel nach einer Leflunomidtherapie können verstärkte Nebenwirkungen auftreten. Solange kontrollierte Studien ausstehen, sollte Leflunomid nur in Ausnahmefällen mit anderen Basisherapeutika kombiniert werden. Dann sollte insbesondere auf BB- und Leberwertveränderungen geachtet werden!

Schwangerschaft: Aufgrund der langen Halbwertszeit muß vor einer geplanter Schwangerschaft die Leflunomid-Therapie 2 Jahre beendet sein oder ein Eliminationsverfahren (s.u.) durchgeführt werden. Bei bereits eingetretener Schwangerschaft ist ein sofortiger Therapieabbruch und eine Elimination (s.u.) empfohlen. Da es bereits zu Fruchtschäden gekommen sein kann, sollte dann auch ein Schwangerschaftsabbruch erwogen werden. Obwohl es keine spezifischen Daten gibt, sollten Männer unter der Behandlung mit Leflunomid keine Kinder zeugen (sichere Kontrazeption!). Bei Kinderwunsch ist wie bei einer geplanter Schwangerschaft zu verfahren.

Eliminationsverfahren: Gabe von Colestyramin (3 x 8g /Tag über 11 Tage) oder Aktivkohle (4 x 50 g/Tag über 11 Tage). Nach Beendigung des Auswaschverfahrens und noch einmal nach 14 Tagen muß der Serumspiegel des aktiven Metaboliten von Leflunomid (A771726) bestimmt werden (Der Test wird von der Herstellerfirma kostenlos durchgeführt, bitte Kontaktaufnahme mit Herrn Dr. Prechtel Tel. 069 / 305-84109). Liegen beide Werte unter 0,02 mg/l, empfiehlt es sich nochmals 3 Monate zu warten, um ein Risiko für den Fetus auszuschliessen.

Sonstiges: Eine aktive Immunisierung mit Lebendimpfstoffen sollte während der Therapie mit Leflunomid nicht durchgeführt werden. Alkohol sollte während der Behandlung vermieden werden.

 Bei weiteren Fragen rufen Sie uns bitte an:


Verfasser: Projektgruppe Diagnose- und Therapierichtlinien der Arbeitsgemeinschaft kooperativer regionaler Rheumazentren in der DGRh
(Stand August 2002)


Datum: 17.09.2002


 
 
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