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Parenterale Goldtherapie

 

 

 

Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer Rheumazentren in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie

Parenterale Goldtherapie

Eine Information für den behandelnden Arzt

Name:___________________________________

Geb.-Dat.:_______________________________

Indikation:

___________________________________

Für diesen Patienten wird folgendes Medikament empfohlen:

Auro-thiomalat (Goldgehalt 46%) _____________________________

Dosierung (Standardschema)

Die Behandlung erfolgt als kontinuierliche Langzeittherapie.
Sogenannte Goldkuren werden nicht mehr durchgeführt.

 

Aufsättigungsphase

 

 

 

Erhaltungstherapie

1. Woche

2. Woche

3. -

Woche

ab

Woche

10 mg

20 mg

50 mg

Woche

50 mg  jede Woche

(4,6 mg)

(9,2 mg)

(23 mg)

 

(23 mg)

 

Art der Anwendung: Injektion nur intramuskulär (tief intraglutäal); Ampullen nicht erwärmen. Vor Gebrauch die Ampullen kräftig schütteln.

Zur Therapiekontrolle sollte der Patient einen Goldpass erhalten, in dem die Einzel- und die Gesamtdosis und die Kontrolluntersuchungen eingetragen werden.

Während der Goldtherapie sollte bei Frauen eine Kontrazeption erfolgen.

Wirkungseintrttt: Nach frühestens 3 Monaten, spätestens nach 6 Monaten. Wenn nach 6 Monaten keine Besserung eingetreten ist, sollte die Behandlung wegen Wirkungslosigkeit beendet werden.

 

Überwachungsprogramm während der Therapie

In den ersten drei Monaten alle 14 Tage, danach alle 4 Wochen.

Befragung und
klinische Untersuchung:

Pruritus, Stomatitis, Metallgeschmack,
Blutungen, Diarrhoen

Laborbestimmungen:

Blutbild einschl. Thrombozyten und Differentialblutbild
Gamma-GT, alk. Phosphatase, GPT, Kreatinin, Urinstatus.

Die Überwachung einer immunmodulierenden Behandlung mit parenteralem Gold unterliegt nicht der Laborkostenpauschale, wenn in der Abrechnung zusätzlich die Ziffer 3499 angegeben ist.

 


Indikation zur Unterbrechung einer Therapie mit parenteralem Gold:
Kontaktaufnahme mit Tel.

 

Dermatologie                           Exanthem, Stomatitis

Gastroenterologie                   Hepatitis, Enterocolitis               

Hämatologie                            Leukopenie                                       < 3000/µl

                                                  persististierende. Eosinophilie          > 12 %

                                                  Granulopenie                                    < 2000/µl

                                                  Thrombopenie                             < 100 000/µl

                                                  aplast. Anämie (Abgrenzung zu Entzündungs- und Blutungsanämie!)

Nephrologie                            anhaltende Proteinurie                      > 0,3 g/l

                                                  Zylindurie, Hämaturie

Sonstiges                                 pulmonale Infiltrate, schwerer Infekt

Unerwünschte Wirkungen
(Die Aufstellung enthält die wichtigsten Nebenwirkungen, kann aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.)

 

Häufig

Selten

Dermatologie

Dermatitis

Alopezie

 

Stomatitis

Chrysiasis

 

Pruritus

Photosensibiltät ?

 

 

 

Gastroenterologie

 

Diarrhoe

 

 

Enterokolitis

 

 

Cholestatische Hepatitis

 

 

Path. Leberwerte

 

 

 

Hämatologie

Eosinophilie

Thrombopenie

 

 

Granulopenie

 

 

Anämie

 

 

aplast. Anämie (hohe Letalität)

 

 

 

Kardio-/Pulmologie

 

Anaphylaxie

 

 

Synkope

 

 

Bronchiolitis

 

 

Lungenfibrose

 

 

 

Nephrologie

Proteinurie

Hämaturie

 

 

neph. Syndrom

 

 

Niereninsuffizienz

 

 

 

Ophthalmologie

Ablagerungen Kornea/Linse

Konjunktivitis

 

bei Golddosis >1500 mg (harmlos)

Iritis

 

 

Korneaulcera

 

 

 

Sonstiges

Metallgeschmack

periphere Neuritis

 

 

Kopfschmerzen

Anmerkung: Nach i.m. Gabe von Auro-thiomalat kann es zu Kreislaufreaktionen (Blutdruckabfall, Übelkeit, Erbrechen, Flush) kommen.

Kontraindikationen: Knochenmark-Depression jeglicher Genese, Schwangerschaft und Laktation, Polyarthritiden bei Kollagenosen (z.B. Sklerodermie, SLE, Vaskulititden), schwere Leber- und Niereninsuffizienz, schwere Allgemeinerkrankungen, Colitis ulcerosa, Schwermetallallergie, bek. Goldallergie, Blutungsneigung und Antikoagulationstherapie (i.m. Injektionen).

Bei Fragen rufen Sie uns bitte an:


Verfasser: Projektgruppe Diagnose- und Therapierichtlinien der Arbeitsgemeinschaft kooperativer regionaler Rheumazentren in der DGRh
(Stand August 2002)


Datum: 17.09.2002


 
 
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