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Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer Rheumazentren in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie |
Behandlung mit Etanercept
Eine Information für den behandelnden Arzt
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Name:___________________________________
Geb.-Dat.:_______________________________ |
Indikation:
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Für diesen Patienten wird folgendes Medikament empfohlen:
Etanercept ________________________________________
Dosierung
25 mg, zweimal wöchentlich als s.c.Injektion
Wirkungseintritt: Eine Besserung der Schmerzen und Schwellungen wird frühestens nach 1-2 Wochen eintreten. Sollte keine Besserung 8-16 Wochen nach Beginn der Therapie eintreten, ist prinzipiell die Indikation für Etanercept zu überprüfen.
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Überwachungsprogramm (Empfehlung: Aufnahme in die Verlaufsdokumentation der DGRh!)
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Vor Therapie: |
Ausschluß einer klinisch aktiven Infektion; Durchführung eines Röntgenbild des Thorax (falls letzte Kontrolle älter als drei Monate) und Tuberculintest |
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Unter Therapie: Befragung und klinische Untersuchung:
Laborbestimmungen: |
Infektionszeichen, Abszesse, Fieber, Luftnot, Husten, B-Symptomatik, Lymphknotenstatus, Zeichen eines SLE oder einer multiplen Sklerose, Reizung an der Injektionsstelle |
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Blutbild: in den ersten drei Monaten alle 14 Tage, vom 4. bis 6. Monat alle 4 Wochen, danach alle 3 Monate; bei entsprechender Symptomatik z.B. ANA |
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Die Überwachung einer immunmodulierenden Behandlung mit Etanercept unterliegt nicht der Laborkostenpauschale, wenn in der Abrechnung zusätzlich die Ziffer 3499 angegeben ist. |
Kontraindikationen und Abbruchgründe: Vorliegen ernster lokalisierter oder generalisierter Infektionen. Das gilt sowohl für akute als auch chronische Infektionen. Alte tuberkulöse Veränderungen erfordern insbesondere bei älteren Menschen eine sorgfältige Nutzen- / Risiko-Abwägung. Weitere Kontraindikationen stellen chronischen Virusinfektionen wie HIV, Hepatitis B und C dar, da in diesen Fällen die Auswirkung der TNF-Hemmung nicht bekannt ist.
Patienten mit Tumorerkrankungen und multipler Sklerose sollten nur nach Abwägung der individuellen Risiken behandelt werden. Sollte unter einer Therapie eine Tumorerkrankung neu auftreten, muß individuell über die Fortführung der Etanercept-Therapie entschieden werden.
Indikation zur Unterbrechung einer Therapie mit Etanercept
Auftreten eines „Lupus like disease“ oder einer multiplen Sklerose
Infekte, Sepsis, aktive Tbc
Es liegen noch keine Daten bezüglich des Infektionsrisikos bei chirurgischen Eingriffen unter Etanercepttherapie
vor. Insofern sollte eine Etanercepttherapie bei elektiven Eingriffen mindestens 1 Woche vorher pausiert werden.
Cave: Nach Absetzen der Therapie mit Etanercept kann es zu einem Krankheitsschub kommen.
Mögliche unerwünschte Wirkungen: (Die Aufstellung enthält die wichtigsten Nebenwirkungen, kann aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.)
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Häufig |
Selten |
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Gastroenterologie |
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Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Mundulzera, erhöhte Leberparameter |
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Neurologie |
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Kopfschmerzen, Benommenheit, Demyelinisierung/multiple Sklerose |
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Hämatologie |
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Panzytopenie, aplastische Anämie |
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Dermatologie |
Reizungen an der Injektionsstelle |
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Sonstiges
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Infekte
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Rhinitis, Sinusitis; Halsschmerzen, verstärktes Husten
allergische Reaktionen, „Lupus like disease“
Fieber, Schwächegefühl |
Schwangerschaft: Über die Auswirkungen einer Etanercept-Therapie in der Schwangerschaft und beim Stillen liegen keine Erfahrungen vor. Bei Frauen muß während der Behandlung mit Etanercept und vorsichtshalber bis zu 3 Monaten nach Therapieende eine sichere Kontrazeption erfolgen. Auch Männer sollten während der Behandlung mit Etanercept und bis zu 3 Monaten nach Therapieende keine Kinder zeugen.
Sonstiges: Eine Vaccination mit Lebendimpfstoffen sollte während der Therapie nicht erfolgen.
Die Behandlung der aktiven polyartikulären chronischen Arthritis ist bei Kindern im Alter von 4 bis 17 Jahren möglich. Etanercept wurde bislang nicht bei Kindern unter 4 Jahren untersucht.
Dokumentation: Für alle Patienten, die mit sog. Biologicals wie z.B. Etanercept behandelt werden, wird eine standardisierte Langzeitdokumentation empfohlen; weitere Informationen dazu finden sich unter www.rheumanet.org/tnf_doku/. Empfohlene radiologische Dokumentation: vor Therapiebeginn Röntgenbild des Thorax, der Hände und Vorfüße (falls nicht innerhalb der letzten drei Monate erfolgt). Röntgenkontrolle der Hände und Vorfüße in der Regel nach einem Jahr.
Bei weiteren Fragen rufen Sie uns bitte an:
Verfasser: Projektgruppe Diagnose- und Therapierichtlinien der AG Regionaler Kooperativer Rheumazentren in der DGRh (Stand August 2002). Weitere Informationen zur Behandlung mit TNFα-Blockern finden Sie unter www.rheumanet.org |