rheumahaussuchefaqDGRhchatemailenglish
Kompetenznetz Rheuma
Logo Kompetenznetz RheumaKompetenznetz Rheuma
KompetenznetzPatienten-InfoFach-InfoBibliothekTerminePresseKontakt
Fach-Info>Therapie - Medikamenteninfo>Medikamentöse Therapie  
Rheuma: lassen Sie sich untersuchen
Thema des Monats  
Krankheitsbilder  
Therapie - Medikamenteninfo  
Medikamentöse Therapie  
Therapieempfehlungen  
Physikalische Therapie  
Diagnostik  
Beratung, Fort- und Weiterbildung  
Kinder  
Schwangerschaft  
Laufende Studien  
EBM  
Ärzte Forum  


Bundesministerium für Bildung und Forschung


Praxis- und Klinikwegweiser
Praxis- & Klinikwegweiser
 
 

 

 

 

 

 

 

 

Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer Rheumazentren in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie

Therapie mit Azathioprin

Eine Information für den behandelnden Arzt

Name:___________________________________

Geb.-Dat.:_______________________________

Indikation:

_____________________________

Für diesen Patienten wird folgendes Medikament empfohlen:

Azathioprin                                                                                         

Dosierung

Die Behandlung erfolgt als kontinuierliche Langzeittherapie.

_____________ x 1 Tabl. pro Tag (1 Tabl. = 25 mg),                   entsprechend           mg als Tagesdosis.

_____________ x 1 Tabl. pro Tag (1 Tabl. = 50 mg),                   entsprechend           mg als Tagesdosis.

Dosierungsanpassung: Keine gleichzeitige Therapie mit Allopurinol! Sollte diese jedoch dringend erforderlich sein, ist eine Dosisreduktion für Azathioprin um 75 % erforderlich.

Dosisreduktion bei eingeschränkter Nierenfunktion: Bei einer Kreatinin-Clearance < 20 ml/min maximal 1,5 mg/kg KG, bei Werten > 20 ml/min ist keine Dosisreduktion notwendig.

Kontrazeption: Bei Frauen sollte während der Behandlung mit Azathioprin und bis zu 6 Monaten nach Therapieende eine sichere Kontrazeption erfolgen. Auch Männer dürfen während der Behandlung und bis zu 6 Monaten nach Therapieende keine Kinder zeugen.

Wirkungseintritt: Frühestens nach 4 - 8 Wochen. Wenn nach 3 - 6 Monaten keine Wirkung eingetreten ist, sollte die Behandlung überprüft werden.

 

Überwachungsprogramm während der Therapie

In den ersten zwei Monaten alle 8 - 14 Tage, danach alle 4 Wochen.

Befragung und
klinische Untersuchung:

Exanthem, gastrointestinale Symptome,
Fieber, Infekt, Blutungen

Laborbestimmungen:

Blutbild einschl. Thrombozyten und Diff.-Blutbild
Gamma-GT, alk. Phosphatase, GPT
Kreatinin, Urinstatus

Die Überwachung einer immunmodulierenden Behandlung mit Azathioprin unterliegt nicht der Laborkostenpauschale, wenn in der Abrechnung zusätzlich die Ziffer 3499 angegeben ist.

 

 


Indikation zur Unterbrechung einer Therapie mit Azathioprin:
Kontaktaufnahme mit Tel.

 

Dermatologie                           Exanthem

Gastroenterologie                   Transaminasenanstieg um das 3-fache,
Ikterus, Pankreatitis

Hämatologie                            Leukopenie                    < 3000/µl
                                              Granulopenie                 < 2000/µl
                                              Thrombopenie          < 100 000/µl
                                              aplast. Anämie (Abgrenzung zu  
Entzündungs- und Blutungsanämiebzw. (bei SLE) zur Immunthrombozytopenie !)

Sonstiges                                 pulmonale Infiltrate, schwerer Infekt, Azathioprinfieber
                                               Schwangerschaft bzw. Kinderwunsch

 

Nach Absetzen der Therapie mit Azathioprin kann ein Krankheitsschub auftreten.

Unerwünschte Wirkungen
(Die Aufstellung enthält die wichtigsten Nebenwirkungen, kann aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.)

 

Häufig

Selten

Dermatologie

 

Exanthem

 

 

Haarausfall

 

 

 

Gastroenterologie

Übelkeit

Akute Pankreatitis

 

Erbrechen

Ikterus

 

Diarrhoe

Erhöhung der Leberenzyme

 

 

 

Hämatologie

Leukopenie

Panzytopenie

 

Anämie

Thrombopenie

 

 

Makrozytose

 

 

Megaloblastäre Anämie

 

 

 

Kardio-/Pulmologie

 

Akute Alveolitis

 

 

Blutdruckabfall

 

 

Herzrhythmusstörungen

 

 

 

Sonstiges

Infektion
Arzneimittelfieber

Myalgie
Arthralgie

Spätfolgen: Nach den bisherigen Untersuchungen zur Frage der Kanzerogenität von Azathioprin scheint ein leicht erhöhtes Risiko für das Auftreten maligner Lymphome und Leukämien vorzuliegen.

Kontraindikationen: Schwere Leber-, Nieren- und Knochenmarksschäden, bekannte Allergie gegen Azathioprin und/oder 6-Mercaptopurin (wirksamer Metabolit des Azathioprin), Infektionserkrankung (Tbc, akute/chron. bakterielle oder virale Infekte, Mykosen), Gravidität bzw. Kinderwunsch, Laktation.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten: Die Kombination mit Allopurinol (Xanthinoxidase-Hemmer) sollte vermieden werden. Wenn therapeutisch zwingend notwendig, muss die Dosis von Azathioprin auf 25% der üblichen Menge reduziert werden (besser: Kombination vermieden). Die Wirkung polarisierender Muskelrelaxantien (z.B. Tubocurarin, Pancuronium) kann aufgehoben sein. Die Wirkung von Suxamethonium kann verstärkt sein. Durch Sulfamethoxazol-Trimethoprim (z.B. Bactrim®) kann die Wirkung von Azathioprin verstärkt sein. Ferner kann die gerinnungshemmende Wirkung von Warfarin inhibiert werden.

Sonstiges: Eine aktive Immunisierung mit Lebendimpfstoffen sollte während der Therapie mit Azathioprin nicht durchgeführt werden.

Bei Fragen rufen Sie uns bitte an:

Verfasser: Projektgruppe Diagnose- und Therapierichtlinien der Arbeitsgemeinschaft kooperativer regionaler Rheumazentren in der DGRh
(Stand August 2002)                                                                           


Datum: 17.09.2002


 
 
  Redaktionssystem