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Praxis- und Klinikwegweiser
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Therapieüberwachungsbögen - Methotrexat - <BR>Hg. AG Regionale Kooperative Rheumazentren in der DGRh

Methotrexat - Tabletten /Lösung

Dosierung

Die Behandlung erfolgt als kontinuierliche Langzeittherapie.
 

____ mg Methotrexat p.o. einmal pro Woche unabhängig von den Mahlzeiten
____ mg Methotrexat i.v. oder i.m. einmal pro Woche

Bei älteren Menschen empfiehlt sich zu Beginn eine niedrige Dosierung mit vorsichtiger Dosiserhöhung und Anpassung an die Nierenfunktion.
Kontrazeption: Bei Frauen muß während der Methotrexat-Behandlung und bis zu 3 Monaten nach Therapieende eine sichere Kontrazeption erfolgen. Auch Männer dürfen während der Behandlung mit Methotrexat und bis zu 3 Monaten nach Therapieende keine Kinder zeugen.

Wirkungseintritt

Nach ca. 4 - 8 Wochen ist mit einem Eintritt der Wirkung zu rechnen. Wenn nach 4 Monaten trotz Dosissteigerung bis auf 15 - 25 mg/Woche keine Wirkung eingetreten ist, sollte die weitere Behandlung überprüft werden. Nach Absetzen von Methotrexat kann ein Krankheitsschub auftreten.
 
 

Überwachungsprogramm während der Therapie

In den ersten vier Wochen wöchentlich, im zweiten und dritten Monat alle 14 Tage, danach alle 4 Wochen.
Befragung und 
klinische Untersuchung:
Exanthem, Stomatitis, gastrointestinale Symptome, 
Fieber, Luftnot, Husten (Cave: Pneumonitis), Blutungen
Laborbestimmungen: Blutbild einschl. Thrombozyten und Diff.-Blutbild 
Gamma-GT, alk. Phosphatase, GPT, Kreatinin
Die Überwachung einer immunmodulierenden Behandlung mit Methotrexat unterliegt nicht der Laborkostenpauschale, wenn in der Abrechnung zusätzlich die Ziffer 3499 angegeben ist.

Indikation zur Unterbrechung einer Therapie mit Methotrexat

Kontaktaufnahme mit Tel.
 
 
Dermatologie Exanthem, Stomatitis
Gastroenterologie Transaminasenanstieg über das 3-fache der Norm 
  histologisch nachgewiesene fortschreitende Leberfibrose oder Leberzirrhose
  CAVE: ein Anstieg der Cholestase-anz. Enzyme ist fast immer durch NSAR (z. B. Diclofenac) bedingt. 
Hämatologie Leukopenie < 3000/µl
  Granulopenie < 2000/µl
  Thrombopenie < 100 000/µl
  aplast. Anämie (Abgrenzung zu Entzündungs- und Blutungsanämie !)
Nephrologie Kreatininanstieg
Pulmonologie Pneumonitis, bei akuter Dyspnoe und unproduktivem Husten sofortige Abklärung erforderlich!
Sonstiges Schwere Infektionen, Schwangerschaft bzw. Kinderwunsch

Vor einer Operation ist eine Therapieunterbrechung nicht zwingend erforderlich, nehmen Sie Kontakt mit dem behandelnden Rheumatologen auf. - Nach Absetzen des Methotrexat kann ein Krankheitsschub auftreten.

Unerwünschte Wirkungen

(Die Aufstellung enthält die wichtigsten Nebenwirkungen, kann aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.)
 
 
  Häufig Selten
Dermatologie Stomatitis Exanthem
  Haarausfall Vaskulitis, Photosensibilität
Gastroenterologie Übelkeit Leberfibrose / -zirrhose
  Erbrechen Verzögerung der Ulcusheilung,
  Transaminasenanstieg ggf. Ulcus-Komplikationen 
Hämatologie   Leukopenie / Granulopenie, (makrozytäre) Anämie, Thrombopenie
Pulmologie   Pneumonitis
Urogenital teratogen Nierenfunktionsstörung
  Abort Oligospermie
Sonstiges Vermehrte Infektanfälligkeit Fieber, Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Depression, Rheumaknoten

Anmerkungen: Übelkeit und Erbrechen lassen sich vermeiden, wenn das Medikament zur Nacht eingenommen wird oder die Wochendosis auf 2 Gaben am gleichen Tag im Abstand von 12 Stunden - morgens und abends - verteilt wird. Häufig werden parenterale Gaben besser vertragen als orale. Eine Folinsäuresubstitution mit 5 mg Folinsäure kann leichte Methotrexatneben-wirkungen vermeiden helfen. Bei Leukozytensturz wirkt Folinsäure in hoher Dosis als Antidot zu Methotrexat. Eine zu hoch dosierte Folinsäuregabe kann die gewünschte Wirkung von Methotrexat blockieren.

Kontraindikationen

Allergie gegen Methotrexat, Gravidität bzw. Kinderwunsch, ungenügende Kontrazeption, aktive Lebererkrankung, Ulcera des Magen-Darm-Traktes, Niereninsuffizienz, Alkoholabusus, Knochenmarkdepression, schwerer Diabetes mellitus bei Adipositas, schwere Allgemeinerkrankung, Unzuverlässigkeit des Patienten.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Indirekte Dosiserhöhung u.a. durch Barbiturate, Phenylbutazon, andere nichtsteroidale Antirheumatika, Phenytoin, Salicylsäure, Sulfonamide und Sulfonamid-Kombinationen (Trimethoprim / Sulfametoxazol, Sulfasalazin), Tranquilizer, Penicillin, Insulin, Tetracycline. Wirkungsabschwächung durch nicht resorbierbare Antibiotika, Allopurinol.

Sonstiges: Eine aktive Immunisierung sollte während der Therapie mit Methotrexat nicht durchgeführt werden.
Alkohol sollte während der MTX-Behandlung vermieden werden.


Datum: 03.05.2002


 
 
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