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Therapieüberwachungsbögen - D-Penicillamin<BR>Hg. AG Regionale Kooperative Rheumazentren in der DGRh

D-Penicillamin (150/300 mg Tbl.)

Dosierung

Die Behandlung erfolgt als kontinuierliche Langzeittherapie.
Zur Vermeidung unerwünschter Wirkungen ist zu Beginn der Therapie eine langsame Dosissteigerung zu empfehlen.

1. und  2. Woche 150 mg D-Penicillamin pro Tag
3. und  4. Woche 300 mg D-Penicillamin pro Tag
5. und  6. Woche 450 mg D-Penicillamin pro Tag
7. bis 16. Woche 600 mg D-Penicillamin pro Tag

Die individuelle tägliche Erhaltungsdosis liegt im allgemeinen bei 450 bis 600 mg in der Dauertherapie. Eine Dosissteigerung auf 900 mg D-Penicillamin pro Tag ist bei mangelndem Effekt möglich.

Art der Anwendung: Die Einnahme sollte zur besseren Resorption über den Tag verteilt 30 bis 60 Minuten vor den Mahlzeiten und unabhängig von anderen Medikamenten erfolgen.
Kontrazeption: Bei Frauen ist eine sichere Kontrazeption angezeigt.

Wirkungseintritt

Frühestens nach 3 Monaten - besteht nach 6 Monaten keine Besserung, sollte die Therapie überprüft werden.
 
 

Überwachungsprogramm während der Therapie

In den ersten drei Monaten alle 14 Tage, danach alle 4 Wochen.
Befragung und 
klinische Untersuchung:
Exanthem, Muskelschwäche (Doppelbilder), 
Blutungen, Geschmack-/Sehstörungen, Stomatitis
Laborbestimmungen: Blutbild einschl. Thrombozyten und Diff.-Blutbild 
alk. Phosphatase, GPT, Kreatinin, Urinstatus
Die Überwachung einer immunmodulierenden Behandlung mit D-Penicillamin unterliegt nicht der Laborkostenpauschale, wenn in der Abrechnung zusätzlich die Ziffer 3499 angegeben ist.

Indikation zur Unterbrechung einer Therapie mit D-Penicillamin:

Kontaktaufnahme mit Tel.
 
 
Dermatologie Dermatitis, ausgeprägte Stomatitis, Pemphigus
Hämatologie Leukopenie < 3000/µl
  Granulopenie < 2000/µl
  Thrombopenie < 100 000/µl
  aplast. Anämie (Abgrenzung zu Entzündungs- und Blutungsanämie !)
Nephrologie Kreatininanstieg, Hämaturie, Zylindurie, anhaltende Proteinurie 0,3 g/l
Immunologie Myasthenie, Lupus erythematodes, Polymyositis, Goodpasture-Syndrom, Lyell-Syndrom

Unerwünschte Wirkungen

(Die Aufstellung enthält die wichtigsten Nebenwirkungen, kann aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.)
 
 
  Häufig Selten
Dermatologie Exanthem Dermatitis, Epidermiolyse, Pemphigus
  Stomatitis Gingivitis, Alopezie
  Pruritus  
Gastroenterologie Übelkeit Diarrhoe, Cholestase
  Erbrechen Gastrointestinale Blutung
    Eosinophilie, Leukopenie, Granulopenie, hämolytische Anämie
Hämatologie Thrombopenie  
Immunologie Myasthenie Syst. Lupus erythematodes
    Goodpasture-Syndrom
    Polymyositis
    Sicca-Syndrom
Pulmologie   Alveolitis, Bronchitis
Nephrologie Proteinurie Hämaturie, nephrotisches Syndrom, Niereninsuffizienz
Neurologie Hypo-/Ageusie Tinnitus, Polyneuropathie
Sonstiges   Fieber, Mammahyperplasie, Polyarthralgien

Anmerkungen: Am häufigsten wird eine Proteinurie 6 - 9 Monate nach Therapiebeginn beobachtet. Hämatologische Nebenwirkungen treten oft nach einer Dosiserhöhung auf.

Kontraindikationen

Knochenmark-Depression, Niereninsuffizienz, Schwangerschaft und Laktation, bekannte Goldnephropathie, systemischer Lupus erythematodes

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Die Einnahme von Antacida kann die Resorption verschlechtern. Eine Senkung des Digoxin-Spiegels ist möglich, so daß gegebenenfalls eine Kontrolle erfolgen sollte.


Datum: 03.05.2002


 
 
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