Chloroquin / Hydroxychloroquin
Dosierung
| Die Behandlung erfolgt als kontinuierliche Langzeittherapie. |
Gewicht (kg) |
Chloroquin (Tbl. a 250mg) |
Chloroquin (Tbl. à 81 mg) (Resochin-junior) |
Hydroxychloroquin (Tbl. a 200mg) |
| 30-39 |
½ |
- |
1 |
| 40-49 |
- |
2 |
1 |
| 50-64 |
- |
2½ |
1, jeden 2. Tag 2 |
| ab 65 kg |
1 |
- |
2 |
Die Dosierung von Antimalariamitteln muß so gewählt werden, daß die wesentliche Nebenwirkung, eine Retinopathie, vermieden werden kann. Diese Dosis hängt vom Körpergewicht ab (bei stark Übergewichtigen ist das Idealgewicht zugrundezulegen); ein Bezug zur kumulativen Gesamtdosis besteht nicht.
Wirkungseintritt
Ein Wirkungseintritt ist nach etwa 3-6 Monaten zu erwarten. Wenn nach 6 Monaten keine Besserung eingetreten ist, sollte die Therapie überprüft werden.
Vor Therapie: Augenärztliche Untersuchung
Überwachungsprogramm während der TherapieIn den ersten vier Monaten alle 14 Tage, danach alle 2 Monate. |
Befragung und klinische Untersuchung: |
Farbsehstörungen, Gesichtsfeldausfälle, Flimmerskotome; Exantheme; Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Muskelschwäche; gastrointestinale Symptome |
| Laborbestimmungen: |
Blutbild einschl. Thrombozyten und Diff.-BB, bei Bedarf CK |
| Augenärztliche Untersuchung: Bei Einhalten der o.g. Maximaldosierungen alle 6 Monate, bei Dosierungen >4mg Chloroquin/kg oder >6,5 mg Hydroxychloroquin/kg Körpergewicht alle 4 Monate. |
Die Überwachung einer immunmodulierenden Behandlung mit Antimalariamitteln unterliegt nicht der Laborkostenpauschale, wenn in der Abrechnung zusätzlich die Ziffer 3499 angegeben ist. |
Indikation zur Unterbrechung einer Therapie mit Antimalariamitteln:
Kontaktaufnahme mit Tel.
| Dermatologie |
Exanthem |
| Gastroenterologie |
schwere gastrointestinale Symptome |
| Hämatologie |
Leukopenie < 3000/µl |
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Granulopenie < 2000/µl |
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Thrombopenie < 100 000/µl |
| Ophthalmologie |
Retinopathie - sonstige Sehstörungen in Abhängigkeit vom Schweregrad |
Unerwünschte Wirkungen
(Die Aufstellung enthält die wichtigsten Nebenwirkungen, kann aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben.)
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Häufig |
Selten |
| Dermatologie |
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Exanthem (vor allem nach Sonnenbestrahlung) |
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Pigmentanomalien, Pruritus |
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Verschlechterung einer Psoriasis |
| Gastroenterologie |
Nausea |
tox. Leberschaden |
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Appetitlosigkeit |
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Diarrhoe |
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| Hämatologie |
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Thrombozytopenie (sehr selten) |
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Agranulozytose o. Panzytopenie (sehr selten) |
| Kardio-/Pulmologie |
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Kardiomyopathie, RR-Abfall |
| Neurologie |
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Kopfschmerzen, Schwindel, Parästhesien, Neuromyopathie Provokation von Krampfanfällen (sehr selten) |
| Ophthalmologie |
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Akkommodationsstörung |
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Korneaeinlagerungen |
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Lichtempfindlichkeit |
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Störung des Farbsehens |
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Retinopathie (sehr selten) |
Anmerkung: Mit Ausnahme der Retinopathie sind die genannten ophthalmologischen Nebenwirkungen reversibel, allerdings können sie vor allem zu Behandlungsbeginn die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr beeinträchtigen. In aller Regel sind sie trotz Beunruhigung des Patienten kein Grund zum Absetzen. Dies gilt auch für geringe Korneaeinlagerungen.
Kontraindikationen
Augenerkrankungen mit Gesichtsfeldausfällen, Retinopathien, Myastenia gravis, Knochen-marksdepression, Glucose-6-Ph-Dehydrogenasemangel, bekannte Allergie gegen die Substanzen, Stillzeit. Nur unter strenger Indikationsstellung sollten sie verwendet werden: bei eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion, Porphyrien, Psoriasis, Anfallsleiden, bei gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern, in der Schwangerschaft.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Das Risiko für Nebenwirkungen erhöht sich durch die gleichzeitige Einnahme von: Indometacin, Phenylbutazon, MAO-Hemmern, Cimetidin, Metronidazol, Probenecid, Trimethoprim-Sulfamethoxazol und Alkohol. Antimalariamittel vermindern die Ampicillin-Resorption, erhöhen den Digitalis-Spiegel und verstärken die Methotrexat-Wirkung. |