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Praxis- und Klinikwegweiser
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Behandlung mit Infliximab

 

 

Arbeitsgemeinschaft Regionaler Kooperativer Rheumazentren in der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie

Behandlung mit Infliximab

Eine Information für Patienten

 

Name:___________________________________

Geb.-Dat.:_______________________________

 

Liebe Patientin, lieber Patient,

 

Sie leiden an einer rheumatischen Erkrankung, die mit verschiedenen Medikamenten behandelt wird. Besonders wichtig ist die sogenannte Basistherapie.

Ihnen wird als Rheumamedikament Infliximab empfohlen.

Ihr Präparat heißt:.......................................  .

Infliximab ist ein Medikament, das in der Fachsprache als TNF-Blocker bezeichnet wird.

 

Was sind TNF-Blocker und wie wirken sie?

Die TNF-Blockierung ist ein neues Behandlungsprinzip in der Rheumatologie. TNF-Blocker binden einen bestimmten Botenstoff des Immunsystems, den Tumor Nekrose Faktor α (TNFα), und machen ihn damit unwirksam. TNFα ist bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen wesentlich an der Gelenkentzündung beteiligt, seine Blockierung vermindert Schmerzen, Schwellungen und das Fortschreiten der Erkrankung.

Für welche Patienten kommt die Therapie mit Infliximab in Frage?

Das Medikament wurde zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (auch chronische Polyarthritis genannt) bei Erwachsenen zugelassen, wenn das Ansprechen auf andere Basistherapeutika unzureichend ist oder diese zu Nebenwirkungen führen.

Wie wird die Behandlung mit Infliximab durchgeführt?

Der Wirkstoff Infliximab wird Ihnen als eine Infusion über eine Vene zu Beginn der Behandlung und dann zu den Zeit­punkten nach 2 und 6 Wochen und dann alle 6-8 Wochen gegeben. Sie erhalten Infliximab normalerweise in der Dosierung von 3mg/kg Körpergewicht. In Einzelfällen kann eine Dosissteigerung auf 5-10 mg pro kg Körpergewicht oder eine Verkürzung der Zeitintervalle zwischen den Infusionen notwendig sein. Die Dauer der Infusion beträgt ca. 2 Stunden. Während und bis min­destens 1 Stunde nach der Infusion müssen Sie überwacht werden.

Zumeist wird Ihnen Ihr Arzt/Ärztin gleichzeitig zur Therapie mit Infliximab eine Behandlung mit Methotrexat vorschlagen. Die Kombination aus Methotrexat und Infliximab verstärkt die Wirkung der Behandlung und scheint die Bildung von Antikörpern gegen Infliximab zu vermindern.

Wann tritt die Wirkung ein?

Die Wirkung kann schon am ersten Tag eintreten. Spätestens ist nach 2-3 Wochen mit einem Wirkungseintritt zu rechnen. Eine spürbare Wirkung tritt bei mindestens der Hälfte der behandelten Patienten auf.

 

Können Nebenwirkungen auftreten?

Alle erwähnten Nebenwirkungen sind mit üblichen Medikamenten im Regelfall problemlos unter Kontrolle zu bringen. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen unter Infiximab-Therapie sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Husten, Hitzewallungen und Hautausschlag. Nicht ausgeschlossen ist ein vermehrtes Auftreten von Harnwegs- oder Atemwegsinfekten. Unter der Behandlung sind auch vereinzelt Fälle von Tuberkulose aufgetreten.

Infliximab stellt ein Fremdeiweiß für den Organismus dar, deshalb ist die Entwicklung von Antikörpern gegen Infliximab möglich und kann es zu allergischen Reaktionen unter der Therapie mit Infliximab, vor allem nach mehrmaliger Behandlung, kommen. Diese Reaktionen können eventuell schwer­wiegend verlaufen. Teilen Sie daher Ihrem Arzt/Ärztin bitte auf jeden Fall mit, ob Sie früher schon einmal mit Infliximab behandelt worden sind.

Sehr selten auftretende Nebenwirkungen sind Symptome, die denen bei der Krankheit Lupus erythematodes (einer Bindegewebserkrankung) ähneln. Hierbei handelt es sich um vorübergehende Haut- und Gelenkentzündungen, die nach der Beendigung der Infliximab-Behandlung wieder abklingen. In vereinzelten Fällen wurde in den bisher durchgeführten Studien die Bildung von Lymphomen (bösartige Neubildungen des lymphatischen Gewebes) beobachtet, ohne daß ein ursächlicher Zusammenhang vorliegen muß. Dabei handelte es sich um Patienten, welche einen langen Krankheitsverlauf hatten und bereits andere immun­sup­primierende Therapien erhalten hatten. Es ist bekannt, daß unter Therapien, die das Immunsystem beeinflussen, häufiger Lymphome auftreten können. Eine abschließende Bewertung bezüglich einer mög­li­chen Verursachung von Lymphomen durch Infliximab-Therapie ist zur Zeit noch nicht möglich.

Welche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten können auftreten?

Kortison-Präparate führen nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu unerwünschten Wechselwirkungen mit Infliximab. Erkenntnisse über Wechselwirkungen von Infliximab mit anderen Medikamenten liegen nicht vor.

Schwangerschaft

Eine Schwangerschaft muß während der Infliximab-Behandlung und in den ersten sechs Monaten nach Absetzen sicher verhütet werden. Männer dürfen während der Behandlung und in den ersten sechs Monaten nach dem Absetzen kein Kind zeugen.

 

Was ist außerdem noch während der Behandlung zu beachten?

Infliximab wird erst seit 1998 zur Behandlung von Patienten eingesetzt, damit fehlen wie bei allen neuen Medikamenten Langzeiterfahrungen.

Eine Impfung mit Lebendimpfstoffen sollte während der Therapie nicht erfolgen.

Informieren Sie Ihren Arzt über alle Medikamente, die sie außerdem noch einnehmen. Nehmen Sie zusätzlich andere Rheumamedikamente, müssen deren mögliche Nebenwirkungen wie bisher berücksichtigt werden. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie vor einem größeren operativen Eingriff stehen. Dann muß individuell über eine Therapiepause entschieden werden.

 

Bei Fragen rufen Sie uns bitte an:

Verfasser: Projektgruppe Diagnose- und Therapierichtlinien der AG Regionaler Kooperativer Rheumazentren in der DGRh (Stand August 2002). Weitere Informationen zur Behandlung mit TNFα-Blockern finden Sie unter www.rheumanet.org


Datum: 17.09.2002


 
 
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